Archivbibliothek „Post-Neukantianismus und kritischer Idealismus der Gegenwart“ (APIG)

Adresse:

Bendahler Str. 31 / D-42285 Wuppertal / Raum 3.6 und 3.13

Postanschrift:

Bergische Universität Wuppertal / Prof. Dr. Alexander Schnell / Gaußstrasse 20 / D-42119 Wuppertal  

Direktor: Prof. Dr. Alexander Schnell (Bergische Universität Wuppertal) (schnell@uni-wuppertal.de)

Geschäftsführer: Michael Boch (Bergische Universität Wuppertal/Universität Wien) (michaelboch@hotmail.de)

Beauftragter Österreich/Schweiz: Dr. Robert König (Universität Wien) (robert.koenig@univie.ac.at)

Wissenschaftlicher Beirat

Prof. em. Dr. Manfred Baum (Wuppertal), Ehrenvorsitzender des Beirats

Prof. Dr. Anna Donise (Neapel)

Prof. em. Dr. Dr. h. c. Karen Gloy (Luzern)

Ass. Prof. Dr. Katherina Kinzel (Utrecht)

Prof. Dr. em. Hans-Dieter Klein (Wien)

Prof. Dr. Tomasz Kubalica (Katowice)

Prof. Dr. Sophie Loidolt (Darmstadt)

Prof. Dr. Tobias Müller (Rostock)

Prof. Dr. Inga Römer (Grenoble)

Dr. Gesa Wellmann (Wuppertal)

Prof. Dr. Kurt Walter Zeidler (Wien)

Assoziierte Mitglieder

Dr. Iulian Apostolescu (Bukarest)

Prof. Dr. Dr. Kurt Appel (Wien)

PD Dr. Thomas Auinger (Wien)

Dr. Nicolas Bickmann (Bonn)

Dr. Martin Bunte (Prag/Wuppertal)

Prof. Dr. Christian Krijnen (Amsterdam)

Dr. Geert Edel (Wyk auf Föhr)

Prof. em. Dr. Werner Flach (Würzburg)

Prof. em. Dr. Bernward Grünewald (Köln)

Prof. Dr. Thomas Hanke (Sankt Georgen)

Prof. Dr. Reinhard Hiltscher (Leipzig)

Prof. em Dr. Harald Holz (Münster)

Prof. em. Dr. Helmut Holzhey (Zürich)

Prof. Dr. Bernhardt Lauth (München)

Prof. em. Dr. Thomas Leinkauf (Münster)

Prof. Dr. Walter Mesch (Münster)

Dr. Hans-Jürgen Müller (Frankfurt am Main)

Apl. Prof. Dr. Stephan Nachtsheim (Aachen)

Prof. em. Dr. Gerhard Seel (Bern)

Prof. em  Dr. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Kassel)

Prof. em. Dr. Herbert Schnädelbach (Berlin)

Prof. em. Dr. Jürgen Stolzenberg (Tübingen)

Prof. Dr. Udo Thiel (Graz)

Dr. Fabian Völker (Wien)

Prof. Dr. Marcus Willaschek (Frankfurt am Main)

 

Die Archivbibliothek „Post-Neukantianismus und kritischer Idealismus der Gegenwart“ wurde am 01.10.2021 an der Bergischen Universität Wuppertal gegründet. Ziel der Archivbibliothek ist die Erforschung der systematischen Transzendentalphilosophie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und im 21. Jahrhunderts. Dabei liegt der Fokus auf Autor:innen des Post-Neukantianismus. Dieser Begriff ist dabei eine Sammelbezeichnung für Autor:innen, die einerseits an der Transzendentalphilosophie als systematischer Philosophie festhalten und andererseits eigenständige systematische Entwürfe entwickelt haben, die sich nicht auf eine Kommentierung oder Exegese der Klassischen Deutschen Philosophie beschränken. Vielmehr werden zentrale Probleme, die sich aus der transzendentalphilosophischen Tradition ergeben, in der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Diskursen aktualisiert und damit zukunftsfähig gemacht.

Hierbei reihen sich die Post-Neukantianer:innen in die Tradition des Neukantianismus ein, der ab Mitte des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Aktualisierung der kantischen Transzendentalphilosophie unter dem Eindruck der aufstrebenden Natur- und Geisteswissenschaften vollzogen hat. Post-Neukantianer:innen schließen in dem Sinne an den Neukantianismus an, dass zentrale Philosopheme übernommen werden, allerdings mit den Ergebnissen der Phänomenologie, des Deutschen Idealismus und verschiedener anderer Strömungen in einen produktiven Dialog gebracht werden. Gerade in Rücksicht auf die inhaltlichen Nähe, den die Transzendentalphilosophie zum philosophischen Idealismus hat, nimmt die Archivbibliothek auch den Begriff „kritischer Idealismus“ in ihre Benennung auf.

Einschlägige Autor:innen des Post-Neukantianismus sind unter anderem Wolfgang Cramer, Hans Wagner, Erich Heintel, Hermann Krings, Wolfgang Marx, Werner Flach, Claudia Bickmann, Kurt Walter Zeidler, Hans-Dieter Klein, Harald Holz und Ingeborg Heidemann. Neben den Werken und noch unarchivierten Nachlässen, dieser Proponent:innen beherbergt das APIG die Dokumente und Archivalien der Gesellschaft „System der Philosophie“ die den bedeutendsten Zusammenschluss von Post-Neukantianer:innen in der jüngsten Vergangenheit darstellt.

In diesem Sinne steht die APIG in seiner Anbindung an das Institut für Transzendentalphilosophie und Phänomenologie (ITP) in engem Austausch mit den dort angesiedelten Marc-Richir-Archiv (MRA), dem Eugen-Fink-Zentrum Wuppertal (EFZW) und dem Internationalen Fichte-Forschungszentrum (IFF). Durch diese Kooperation sollen die Ergebnisse der transzendentalphänomenologischen und post-neukantianischen Philosophie miteinander ins Gespräch gebracht werden, um dadurch die Desiderata dieser beiden zentralen transzendentalphilosophischen Strömungen der Gegenwart zu diskutieren.

Die drei zentralen Ziele der APIG betreffen die Bereitstellung und Archivierung von Forschungsliteratur sowie die Organisation von Forschungsaktivitäten:

  1. Die Bereitstellung der einschlägigen Forschungsliteratur zum Post-Neukantianismus und dem kritischen Idealismus der Gegenwart, die in einer Bibliothek versammelt werden sollen. Hierdurch soll eine Aufarbeitung dieser kaum erforschten Tradition ermöglicht werden. Dadurch wird einer neuen Forscher:innengeneration zur systematischen Transzendentalphilosophie die Rezeption der jüngsten Phase dieser philosophischen Richtung ermöglicht. 
  2. Die Archivierung von Nachlässen bedeutender Post-Neukantianer:innen. Hierbei steht nicht nur die Anlage eines eigene Archivbestands, sondern auch die Vernetzung mit anderen Archiven im Fokus, welche die Nachlasse einschlägiger Autor:innen beherbergen.
  3. Die Organisation von Tagungen, Workshops und Veranstaltungen zur aktuellen Transzendentalphilosophie. Dadurch sollen die systematischen Ergebnisse des Post-Neukantianismus in den aktuellen Forschungsdiskurs eingespeist und gleichzeitig eine Plattform für die Vernetzung und den Austausch von Forschenden mit einem Schwerpunkt zur aktuellen Transzendentalphilosophie bereitgestellt werden.

Archiv

Eugen Fink – Vor der Gründung des EFZW veranstaltete Kolloquia und Konferenzen

1985     „Eugen-Fink-Symposion“ (Freiburg. Fink-Archiv, Pädagogische Hochschule)

1988     „Die Frage nach der Grundlegung der Politik im Denken Eugen Finks“
(Freiburg. Fink-Archiv, Pädagogische Hochschule)

1989     „Grundfragen der phänomenologischen Methode und Wissenschaft“
(Freiburg. Fink-Archiv, Pädagogische Hochschule)

1990     „Eugen Fink: Welt und Endlichkeit“
(Freiburg. Fink-Archiv, Pädagogische Hochschule)

1992     „Natur, Freiheit, Welt. Philosophie der Erziehung“
(Freiburg. Fink-Archiv, Pädagogische Hochschule)

1994     „Eugen Fink: Phénoménologie, Cosmologie, Anthropologie, Metaphysique“
(Centre Culturel International de Cerisy-la-Salle / Fink-Archiv)

Publikation: Eugen Fink. Actes du colloque de Cerisy-la-Salle, Amsterdam: Rodopi 1994.

1995     „Das Phänomen der menschlichen Gemeinschaft“
(Freiburg. Fink-Archiv, Pädagogische Hochschule)

1997     „Das Phänomen als philosophisches Problem. Grenzgänge mit Jan Patočka und Eugen Fink“ (Prag. CTS / Fink-Archiv)

1999     „Bildung als europäisches Problem. Denkwege mit Eugen Fink und Jan Patočka (Freiburg. Fink-Archiv, Pädagogische Hochschule / CTS Prag)

2001     „Leben als Phänomen“ (Freiburg. Fink-Archiv, Pädagogische Hochschule)

2005     „Welt kontrovers. Eugen Finks Alternative zu Husserl und Heidegger“
(Freiburg. Fink-Archiv / Katholische Akademie)

Publikation: Welt denken. Annäherungen an die Kosmologie Eugen Finks, hg. von Cathrin Nielsen und Hans Rainer Sepp, Freiburg/München: Verlag Karl Alber 2011

2015     „Erde – Wohnen – Natur. Eugen Fink über die physis des Menschen als ens cosmologicum (Prag. Mitteleuropäisches Institut für Philosophie)

Publikation: Wohnen als Weltverhältnis. Eugen Fink über die Physis des Menschen, hg. von Cathrin Nielsen und Hans Rainer Sepp, Freiburg/München: Verlag Karl Alber 2019

2017     „A Philosophical Friendship – Eugen Fink and Jan Patočka“
(Stockholm, Södertörn University)

2020     „Eugen Fink und die Klassische Deutsche Philosophie. Eine Auseinandersetzung im Spannungsfeld zwischen Transzendentalphilosophie, Phänomenologie und Metaphysik“
(Eugen-Fink-Zentrum Wuppertal)

Publikation: Eugen Fink und die Klassische Deutsche Philosophie. Eine Auseinandersetzung im Spannungsfeld zwischen Transzendentalphilosophie, Phänomenologie und Metaphysik, hg. von Cathrin Nielsen und Alexander Schnell (Phänomenologische Forschungen 2/2022) (in Vorbereitung)

2021     „Neuere Forschungen zu Fink“
(Faculty of Humanities, Charles University Prague / Eugen-Fink-Zentrum Wuppertal)

Eugen Fink Biographie

Die Biographie Eugen Finks

von Susanne Fink

Eugen Fink wurde am 11. Dezember 1905 in Konstanz in die Familie eines Beamten der Militärverwaltung hineingeboren, wo er schon drei Brüder vorfand und wo nach ihm noch zwei Schwestern geboren wurden. Die ersten Schuljahre verbrachte er in dem Dorf Hochemmingen auf der Baar, wo der Bruder der Mutter katholischer Pfarrer war. Dieser Aufenthalt war in vieler Hinsicht prägend für den Jungen. Sein großer Wissensdurst fand reichlich Nahrung in der umfangreichen Bibliothek des Onkels, wo neben den gesamten Helden- und Rittersagen, den Volksbüchern und Tausendundeine-Nacht-Geschichten auch schon philosophische Schriften (z. B. Kant und Nietzsche) ihn in ihren Bann zogen. Später hat er oft erzählt, wie er sich mit einem Buch irgendwo in Keller oder Speicher zu verstecken pflegte, so dass man vergebens nach ihm rief.

Besonders wichtig aber war für ihn, wie er später immer wieder betonte, der Moment, als er nach einem Sommerregen still unter dem herbduftenden Strauch schwarzer Johannisbeeren lag, wo dem etwa Zehnjährigen in der Intensität von Dunst und Duft zum ersten Mal zum Bewusstsein kam: Das bin ich! Er hat diesen intensiv erlebten Moment immer als den Beginn seines Philosophenlebens angesetzt.

Im Übrigen müssen diese Jahre beim „Pfarronkel“ eine sehr glückliche Zeit für ihn gewesen sein. Er war bei ihm übrigens auch als Ministrant tätig und begleitete ihn oft auf langen Gängen bei Krankenbesuchen und ‚Versehgängen‘ auf die Höfe der Umgebung. In späteren Jahren fuhr er immer wieder in das Dorf zurück, nachdem der Onkel längst gestorben und das alte Pfarrhaus in ein Altenheim umgewandelt worden war. Er erzählte gern von den kindlichen Erlebnissen in den Wäldern und Wiesen der Umgebung mit dem älteren Bruder und den Dorfkindern. Der „Pfarronkel“ unterrichtete ihn privat weiter, nicht nur in Latein, so dass er bei seiner Rückkehr nach Konstanz 1918 im altsprachlichen Gymnasium die zwei ersten Klassen überspringen und gleich in die Quarta eintreten konnte.

Noch während seiner Schulzeit las er Kant, Hume, Hegel, Nietzsche, Giordano Bruno und eine Schrift über den Buddhismus von Heiler; das sind nur die Bücher, bei denen Name und Datum auf der ersten Seite die Anschaffung während der letzten Schuljahre bezeugen. Schon als Schüler war er Mitglied der Konstanzer Kantgesellschaft und besuchte regelmäßig die Vorträge und Diskussionen. Nebenbei wirkte er als Statist am Theater mit, wobei er dank seines guten Gedächtnisses rein vom Hören viele Dramen auswendig lernte. Noch im Alter konnte er ganze Szenen aus Schillers Tell auswendig herdeklamieren. Natürlich bedeuteten ihm die griechischen Tragödien viel.

Eine wichtige Rolle in der Freizeit spielten sowohl der Bodensee als auch die nahen Alpen. Natürlich war er als Bub oft im und auf dem See, schwimmend, segelnd, rudernd. Und dann begann die Begeisterung für das Bergwandern und Klettern, die ihn sein Leben lang nicht verlassen hat. Mit Freunden und später auch mit der kleinen Schwester bestieg er den Säntis und die Schesaplana und was sonst noch für einen Konstanzer Schüler erreichbar war. Er fing aber auch an, schwierigere Klettertouren zu machen, die neben dem körperlichen Einsatz die Hilfe von Seil und Haken erfordern. Noch während des Studiums und in den ersten Ehejahren (seit 1936) vor dem Krieg betrieb er diesen Sport, bei dem seine Frau Martl ebenso begeistert mitmachte. Nun ging es auch in die Bayerischen Alpen und in die Dolomiten, die immer einen besonderen Reiz für ihn hatten. Auch noch viel später, als das Klettern nicht mehr ging, konnte eine ausführliche Alpenwanderung den Alternden in helle Freude versetzen. Eine enge Naturverbundenheit zeichnete ihn aus. Im Erwandern erschloss sich die Natur ihm immer wieder neu, er fühlte sich in ihr aufgehoben.

Aber zurück: 1926, nach der Pensionierung des Vaters, zog die Familie nach Meersburg. Doch da war Eugen schon nicht mehr dauernd zu Hause: Nach dem Abitur 1925 begann er sofort mit dem Studium (Philosophie, Geschichte, Germanistik, Volkswirtschaft), das nach zwei Semestern in Münster und Berlin sich ganz auf Freiburg einspielte; er geriet in den Bannkreis Edmund Husserls, der ihn für die nächsten Jahre festhalten sollte.

Husserl, dem er zuerst durch sein Gedächtnis und sein philosophisches Wissen auffiel, zog ihn bald in seinen näheren Umkreis und betreute ihn bei seiner Promotion, die aus einer Preisarbeit der philosophischen Fakultät von 1928 entwickelt wurde. 1929 promovierte Fink bei Husserl und Heidegger mit dem Thema „Vergegenwärtigung und Bild. Beiträge zur Phänomenologie der Unwirklichkeit“, und widmete sich dann ganz den phänomenologischen Forschungen seines Lehrers.

Da Husserl 1930 schon emeritiert war und keine Vorlesungen mehr hielt, aber sehr viele Studenten die Phänomenologie Husserls kennenlernen und studieren wollten, beauftragte Husserl Eugen Fink mit privaten Seminaren, die gezielt auch für die aus dem Ausland angereisten Studierenden gedacht waren. So kam es zu dem berühmten Japaner-Seminar, an dem 1930 die (späteren) Professoren Mayumi Haga (Tokio), Goichi Miyake (Sendai), Tomoo Otaka (Seoul) und Jihei Usui (Kyoto) teilnahmen, mit denen Fink noch viele Jahre lang enge Kontakte hielt. Ferner hatte er Verbindung mit Fritz und Felix Kaufmann, Alfred Schütz, Ortega y Gasset, Dorion Cairns, Maurice-Merleau Ponty und vielen anderen, die damals noch bei Husserl erschienen oder Briefe mit ihm wechselten. 1930 begleitete er Husserl zu einem „Arbeitsurlaub“ nach Chiavari am Mittelmeer.

Jedoch kam 1933 die Entscheidungsstunde: Die Universitätslaufbahn wäre ihm nur möglich gewesen, wenn er sich von Husserl getrennt hätte, der als Jude unerwünscht war. Das aber entsprach weder seinem Wesen noch seinen Prinzipien. Er blieb also – gegen alle Anfeindungen und angesichts einer ungewissen Zukunft – als Privatassistent bei Husserl, zeitweise unterstützt durch Stipendien aus England und USA, wo emigrierte Schüler und Freunde Husserls sich für ihn einsetzten, nachdem ab 1933 die „Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft“ ihm weitere Stipendien verweigert hatte.

Es waren Jahre intensivster Arbeit und eines engen philosophischen Zusammenlebens mit Husserl, der zwar wegen seines internationalen Rufes nicht direkt behelligt, aber im Inland völlig isoliert wurde. Veröffentlichungen, Vorträge und Tagungen waren nur im Ausland möglich, und Ausreisepapiere zu erlangen, war auch nicht leicht. Der beinahe tägliche „philosophische Spaziergang“ mit Husserl ist von Freunden geschildert worden, die ihn selbst zu erleben das Glück hatten (Jan Patočka, Dorion Cairns, Hans Lassner). Husserl pflegte Fink seine Probleme darzulegen, die dieser dann schriftlich fixieren und bedenken musste, woraus sich weitere Entwicklungen ergaben. Aber auch praktische Pflichten gab es: Husserl pflegte Fink einlaufende Briefe und Anfragen auswärtiger Philosophen zu übergeben mit dem Auftrag, Antworten zu entwerfen. Daraus entstanden zahlreiche interessante Abhandlungen über damals aktuelle philosophische Fragen und Kontakte mit der philosophischen Welt, wie sie sonst in jenen Jahren nicht leicht möglich waren.

Wie sehr Husserl im Ganzen mit seinem Assistenten übereinstimmte, geht aus vielen Briefen an Freunde hervor, auch etwa aus der Vorrede Husserls zu Finks Abhandlung in den Kantstudien 1933 („Die phänomenologische Philosophie Edmund Husserls in der gegenwärtigen Kritik“, zuletzt abgedruckt in Studien zur Phänomenologie 1930–39, Phaenomenologica 21, Nijhoff 1966). Husserl schreibt da: „[…] ich freue mich, nun sagen zu können, dass in derselben kein Satz ist, den ich mir nicht vollkommen zueigne, den ich nicht ausdrücklich als meine eigene Überzeugung anerkennen könnte“.

Für Eugen Fink war es eine lehrreiche, aber oft auch harte Zeit, denn der große Altersunterschied, die weitere Erfahrung Husserls und auch unterschiedliche Denkwege machten es ihm manchmal schwer, sich bedingungslos dem Lehrer unterzuordnen. Es ging offenbar nicht immer ohne Reibung vonstatten, obwohl andererseits Fink später immer betonte, wie viel er schon allein methodisch bei Husserl gelernt habe. Fink schreibt darüber selbst 1945: „Husserl […] hat meine Mitarbeit vor allem wegen ihrer stark kritischen Tendenz geschätzt; ich habe in diesen sieben Jahren zahlreiche Manuskripte kritisch bearbeitet, Entwürfe zu Neufassungen und Vorschläge zu Umarbeitungen auch schon publizierter Werke sowie Editionspläne gemacht. Die Zurückstellung eigener philosophischer Arbeit hinter die Mitarbeit an einer bereits zu Weltbedeutung gekommenen Philosophie war für mich kein Problem des Ehrgeizes. In der Arbeitsatmosphäre Husserls war dergleichen wesenlos. Husserl hat meine geistige Selbständigkeit gerade dadurch anerkannt, dass er immer meinen produktiven Widerspruch und meine Kritik suchte, die er als Stimulus zur Objektivierung seiner schöpferischen Gedanken brauchte.“ Die zahlreichen Aufzeichnungen und Skizzen Finks aus dieser Zeit wurden von Ronald Bruzina (Lexington, USA) erschlossen und aufgearbeitet.

Husserls Tod 1938 beendete diese Zusammenarbeit und stellte die Frage, wie es nun weitergehen sollte. Zunächst half Fink der Witwe Husserls und dem belgischen Franziskaner Prof. Herman Leo van Breda bei der Rettung des umfangreichen Nachlasses, der im Diplomatengepäck insgeheim nach Leuven in Belgien gebracht wurde (1938) und somit vor der Vernichtung durch die Nazis gerettet werden konnte. Dann folgte er der Einladung Van Bredas und emigrierte 1939 mit seiner Frau nach Leuven, wo er zusammen mit Ludwig Landgrebe die Auswertung der Stenogramme Husserls ins Werk setzte.

Diese Arbeit wurde 1940 durch die Besetzung Belgiens durch deutsche Truppen unterbrochen. Kurz vorher nämlich wurden alle in Belgien lebenden Deutschen – auch die echten Emigranten – als angebliche Mitglieder der „fünften Kolonne“ (einer Nazi-Spionageorganisation) interniert und nach Frankreich abtransportiert. Dieser Transport war offenbar eine schlimme Leidenszeit. „Am 10. Mai morgens wurden wir durch Flakfeuer geweckt und erfuhren bald aus dem Radio, dass Krieg ist. Martl packte einige Koffer. Noch am Vormittag wurden wir beide verhaftet und mussten ohne Koffer, ich ohne Mantel und Decke, ohne Hut, ohne das geringste Gepäck, die Taxifahrt ins Gefängnis in Löwen antreten, wo wir, ohne Abschied nehmen zu können sofort getrennt in Einzelzellen gesperrt wurden […]. Am 15. Mai wurden wir dann aus dem Gefängnis Brüssel zum Bahnhof gebracht. Dort begann dann die Schreckensfahrt.“ Mehrfach glaubten die Insassen des scharf bewachten Güterzuges, der tagelang durch Frankreich fuhr, das Ende sei nun gekommen. Wer irgend auffiel, wurde erschossen. In Tours rettete nur ein Polizeieinsatz die Gefangenen vor der Lynchjustiz einer tobenden Volksmenge. Endziel war das Lager in St. Cyprien im Roussillon, das auf nassem Sandstrand errichtet worden war, wo man nass schlief, aber nicht zum Waschen ins Meer durfte. Man lebte von Wassersuppen und schimmeligem Brot. „[…] ich habe mindestens 25 Pfund verloren; infolge Unterernährung bekamen viele, so auch ich, eine Art Wassersucht, ganz geschwollene Füße.“ Finks Gesundheit war lebenslänglich geschädigt. Viele der dort Internierten starben an Hunger und Krankheiten, bis dann – Ironie des Schicksals – die deutsche Besatzungsarmee als ,rettender Engel‘ erschien.

Jedoch war dann natürlich ein Verbleib in Belgien und Arbeit im Husserl-Archiv nicht erlaubt, sondern man musste ins „Reich“ zurück. Nach einigen Gestapoverhören wurde Eugen Fink damals 35jährig als Rekrut zur Wehrmacht eingezogen. Der Versuch seiner Dienststelle, ihn zur Offizierslaufbahn zu überreden, scheiterte an seiner entschiedenen Weigerung – obwohl man ihm klarmachte, dass dies eine „Rehabilitierung“ für seine vergangenen „Sünden“ bedeutet hätte. Er hatte es sicher nur der Noblesse seines Vorgesetzten zu verdanken, dass diese Weigerung keine weiteren Nachteile für ihn brachte. Bis Kriegsende blieb er Soldat bei der Flugabwehr, meistens als Flugwache im Bereich von Freiburg, wo ihn auch die französische Besatzungsarmee 1945 erreichte. Und da hatte er wieder das Glück, einen noblen Gegner anzutreffen: Er beschrieb nämlich seinen Lebens- und Leidensweg auf Französisch, das er gut beherrschte, mit dem Tenor: Ich habe vom Dritten Reich keinerlei Profit gehabt, sondern nur Leiden, ich habe nicht die Absicht, seinen Untergang zu teilen. Der Standortkommandant von Sankt Märgen, zu dem er sich aus seiner letzten Stellung durchschlug, sprach mit ihm und war so beeindruckt von seinen Ausführungen, dass er ihn sofort freistellte, statt ihn, wie alle anderen deutschen Soldaten, in Gefangenschaft abführen zu lassen.

Da Fink inzwischen eine Familie hatte mit zwei Kindern, die 1941 und 1942 zur Welt gekommen waren, hieß es nun einen Weg finden. Da bot sich die Universitätslaufbahn selbstverständlich an. Er habilitierte sich 1946 an der Universität Freiburg mit der bei Husserl schon 1932 geschriebenen Arbeit „Die Idee einer transcendentalen Methodenlehre“, wurde Dozent und 1948 Ordinarius für Philosophie und Erziehungswissenschaft. Diese Nachkriegszeit brachte ungeahnte Belastungen: Nicht nur dass man das Joch der Besatzung überall spürte, sondern auch, dass es an allem Notwendigen mangelte: an Nahrungsmitteln, Kleidung, Heizmaterial, Schreibmaterial, Büchern – was alles ein Dozent mit Familie brauchte. Eugen Fink war dauernd unterwegs. Aus der Zeit der Flugwache kannte er mehrere Bauern aus dem Umland, mit denen er auf freundschaftlichem Fuße stand, so dass sie ihm bei der Ernährung seiner Familie behilflich waren. Er war aber auch selbst immer bereit, den Bauern bei der Ernte zu helfen, wo es Not tat: In Munzingen kannte man den „Professor“, der auf der Tenne stand und den Dreschflegel schwang wie ein alter Bauer. Solche Hilfe war bei den Bauern viel wert, solange die Jungen noch nicht aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren. Freund Schopp, der neben Gemüse und Spargeln auch Wein anbaute, war ein vielbesuchter und geschätzter Freund bis zu Eugen Finks Tod.

Zu diesen Freunden von der Flugwache gehörte auch der spätere Versicherungsvertreter Georg Loch, ein damals vielgefragter Mann, da er zu denen gehörte, die überall handwerklich aushelfen konnten. Mit ihm zusammen ging Fink in den Wald zum „Holzmachen“, d. h. Bäume fällen und zubereiten für die winterliche Ofenheizung. Auch mit ihm hat eine lebenslange Freundschaft bestanden. Es ist bezeichnend für Eugen Fink, dass gerade einige besonders enge Freunde nicht zur intellektuellen Universitätselite gehörten – dass Intellektualität für ihn weniger wichtig war als ein echtes menschliches Verständnis.

Vorrangig waren aber nun die Forderungen des neuen Amtes, die Fink mit Hingabe erfüllte. Wer damals als Student in seinen ersten Vorlesungen saß, wird es nie vergessen, wie – nach all dem Elend und Unheil der vergangenen Jahre – da ein Mann stand, der Grundlagen legte. Nach dem Zusammenbruch aller bisher geltenden „Werte“ standen diese jungen Leute verzweifelt im Leeren. Sie hatten das Elend des Krieges, die Bombardierung der Städte, Gefangenschaft, Hunger, Not, Unmenschlichkeit erlitten und sollten nun wieder aufbauen. Worauf? Eugen Fink verstand es, ihnen neue Sichtweisen zu zeigen, der grundlosen Existenz Grund zu geben, mögliche Wege in die Zukunft zu weisen. Viele seiner damaligen Schüler danken ihm das ihr Leben lang.

Daneben engagierte er sich in vielen Richtungen. Ab 1946 unterstützte er seinen langjährigen Studienfreund Alfred Riemensperger beim Aufbau der Freiburger Volkshochschule und hielt selbst jahrelang Kurse, z. B. über Rilkes Duineser Elegien und die Sonette an Orpheus, aber auch über Volksbildungs- und Erziehungsprobleme der damaligen Zeit hielt er Vorträge, die bis heute richtungweisend sind, da Fink in ihnen nicht nur zeitbedingte Fragen aufarbeitete, sondern die Grundlagenprobleme der Pädagogik thematisierte. In zahlreichen Beiträgen und Wochenendseminaren trug er zum Volkshochschulprogramm bei und war bis zu seinem Tode im Vorstand tätig.

An der Universität gründete er 1950 das Husserl-Archiv Freiburg, das in Kontakt mit dem Husserl-Archiv Leuven die Arbeit am Husserl-Nachlass weiterführte, die er 1939 in Leuven begonnen hatte. Er leitete das Archiv bis 1971. 1951 war er Mitarbeiter der deutschen UNESCO-Kommission für Philosophie, wo er über die Zustände im Erziehungswesen zu berichten hatte. Von 1954 bis 1971 leitete er das Studium Generale an der Universität Freiburg, wo er sich vor allem für die Querverbindungen zwischen den verschiedenen Fakultäten einsetzte. Er lud verstärkt auswärtige Gäste zu Vorträgen ein, die er mit Vorliebe auch nach Sankt Blasien führte, wo er ein Studium-Generale-Büro für krankheitshalber dort weilende Studenten eingerichtet hatte. Auch diese sollten mit geistiger Nahrung versorgt werden.

Seit 1955 war er in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft für den Bereich der Hochschulen tätig, wurde 1958 in die „Pädagogische Hauptstelle“ gewählt und war so maßgeblich an der Abfassung des sogen. Bremer Planes beteiligt, der die Neuregelung von Schul- und Lehrerbildung zum Ziel hatte (1960). Zur gleichen Zeit war er aktives Mitglied der „Hauptgruppe Mensch und Technik“ beim Verein Deutscher Ingenieure Jahrelang wirkte er im Verwaltungsrat des Kunstvereins Freiburg, wo er auch stellvertretender Vorsitzender war.

Zahlreiche Einladungen zu Vorträgen und Kongressen wären aufzuzählen, so z. B. 1949 nach Mendoza zum Internationalen Philosophenkongress, 1966 zu den Wiener Hochschulwochen, 1971 zu den Salzburger Karajanseminaren, 1972 und 1973 zur Deutsch-Italienischen Kulturakademie in Meran, usw. Sehr am Herzen lag ihm immer das Treffen mit den jugoslawischen Freunden der Praxis-Gruppe auf der Adria-Insel Korčula und in Zagreb. 1948 erhielt er eine Einladung von Felix Kaufmann zu einem Vorlesungsjahr an der New School of Social Research in New York und an der Universität Chicago. Diese sehr verlockende Aussicht scheiterte offenbar an bürokratischen Schwierigkeiten. Große Tragweite hatten auch damals die sonntäglichen Aula-Vorträge des Südwestfunks Baden-Baden, wo Eugen Fink zu den verschiedensten Fachgebieten ein geschätzter Redner war. Es sei hier nur an die Vortragsreihe „Oase des Glücks, Gedanken zu einer Ontologie des Spiels“ erinnert, die eine erfreuliche Breitenwirkung hatte.

Von einem ungewöhnlichen „philosophischen Seitensprung“ soll noch berichtet werden, der sich in den Sechzigerjahren abspielte. Fink hatte 1963/64 einige Semester lang einen erkrankten Kollegen in Basel vertreten. Dabei hatte er den Baseler Textilkaufmann Walter Spengler kennen gelernt, der sich sehr für Philosophie erwärmte und der Meinung war, die Abteilungsleiter seiner zahlreichen Filialen in mehreren Schweizer Städten könnten durch philosophische Seminare nur gewinnen. Er engagierte also Fink, der diesen Bestrebungen gern entsprach und von 1967 bis 1969 in Basel solche Fortbildungsvorträge ermöglichte. Einige dieser Vorträge wurden 1969 zu dem Buch Mode – ein verführerisches Spiel zusammengestellt, das auf originelle wie auch auf tiefsinnige Art die Gedanken eines Philosophen über die Mode darlegt. (Leider ist wegen Unstimmigkeiten zwischen Spengler und seinem Verlag das Buch nicht wiederaufgelegt worden, jedoch haben Freunde in Spanien, Italien und Japan bereits ihr Interesse an entsprechenden Übersetzungen bekundet.)

Seine Verbundenheit mit der Phänomenologie hat Fink immer durch seine Teilnahme an den diesbezüglichen Tagungen bewiesen: in Brüssel 1951, Krefeld 1956, Royaumont 1957, Sarajevo 1967 und Schwäbisch Hall 1969 hat er vortragend und diskutierend seinen Standpunkt vertreten. Seine in diesem Zusammenhang gehaltenen Vorträge sind inzwischen in dem Band Nähe und Distanz gesammelt und bezeugen eine Verbundenheit mit Edmund Husserl, die er nie verleugnete, wenn auch sein eigenes Denken andere Wege gegangen ist.

Dass diese anderen Wege vielseits geschätzt wurden, zeigen die Rufe, die an ihn von anderen Universitäten ergangen sind: 1948 nach Köln, 1957 nach Berlin und auf den vakanten Heidegger-Lehrstuhl in Freiburg, 1965 nach Wien. Dass er sogar den berühmten Heidegger-Lehrstuhl ablehnte, wurde ihm vielfach falsch ausgelegt. Er hatte jedoch seit 1948 seinen Lehrstuhl für Philosophie und Erziehungswissenschaft allein aufgebaut und geprägt – vor allem gehörte für ihn seine Pädagogik eng in seine Philosophie hinein – so dass es ihn nicht reizen konnte, dieses sein Werk aufzugeben für einen Lehrstuhl, der so ganz anders geprägt und besetzt war.

Finks Verhältnis zu Martin Heidegger ist nicht leicht in Worte zu fassen. Er hatte Heidegger vom Ende der Zwanzigerjahre an gehört und studiert, stand dann in engem Kontakt mit ihm sowohl im Umkreis der Universitätsangelegenheiten (Heideggers Suspendierung nach dem Krieg) als auch in privaten Seminaren etwa in Todtnauberg, wo Fink in der Studium-Generale-Hütte in der Nachbarschaft zu Heidegger oft verweilte. Im WS 1966/67 veranstalteten sie zusammen das in viele Sprachen übersetzte Heraklit-Seminar in der Universität Freiburg. Heidegger war in Finks Augen zweifellos der bedeutendste Philosoph unseres Jahrhunderts, was nichts über seine zweifelhafte Rolle in der Politik oder im privaten Umgang (Abkehr von Husserl 1933 u .a. m.) aussagen wollte. Es konnte Fink nicht gleichgültig sein, wie die Tagespolitik der Nachkriegszeit mit diesem großen Geist verfuhr, der sich offenbar in den Wirren der Politik nicht in Ehren hatte behaupten können. Das war wohl der Grund, weshalb sich Fink nach dem Kriege in der Universität für Heidegger eingesetzt hat, obwohl er selbst Heideggers Handlungsweise sicher nicht billigen konnte. Dass Heidegger Finks verhaltene Hochschätzung dankbar anerkannte, hat er in manchem Brief und z. B. in der Widmung im Band 29/30 der Heidegger-Gesamtausgabe gezeigt, die am Tage nach Eugen Finks Tod geschrieben wurde. Finks Hochachtung Heidegger gegenüber war die des „ja – aber …“.

Wie Fink zeitweise in der Literaturwissenschaft mitwirkte, das bewies seine Teilnahme an mehreren Tagungen des Grillparzer-Forums in Forchtenstein in Österreich, und an der Akademie Deutsch-Italienischer Studien in Meran, wo er jeweils literarphilosophische Vorträge hielt (siehe Epiloge zur Dichtung, Klostermann 1971). Geehrt wurde er 1971 durch die von der Universität Leuven verliehene Ehrendoktorwürde und durch die Ehrenmitgliedschaft des Institut International de Philosophie. Es würde den Rahmen einer Kurzbiographie übersteigen, wollte man die Höhen und Tiefen eines 25jährigen Universitätsalltags ausführlich schildern.

Das Verhältnis Finks zu den Studenten ist schwer zu charakterisieren. Einerseits war klar zu sehen, wie groß die Distanz dieses Philosophierenden auf dem Katheder zu seinen Hörern war: Die Vorlesungen waren so anspruchsvoll, dass sie von den Studenten wie vom Vortragenden äußerste Konzentration forderten. Das schuf eine Atmosphäre der Spannung und der heimlichen Scheu, die schwer zu durchbrechen zu sein schien. Und dann war da auf einmal auf Exkursionen und Ausflügen dieser vergnügte, warmherzige Mensch, der gar nicht unnahbar war, der ohne Zögern literarphilosophische Wochenenden im Fachschaftshaus auf dem Schauinsland organisierte zusätzlich zu seinem großen Programm, für die er nichts bekam als die Bewunderung und den Respekt der Teilnehmer. Er war immer für die Studenten da, wenn sie ihn brauchten, nahm sich immer Zeit für sie, auch wenn er eigentlich keine hatte. Er veranstaltete Wochenendseminare zu aktuellen pädagogischen Themen, z. B. zur gesellschaftlichen Relevanz der Bildungsplanung und deren Hintergründen, oder zu den Problemen der Erwachsenenbildung und deren Notwendigkeit und zu anderen Themenbereichen, die gerade in der öffentlichen Diskussion waren. Dabei erfuhren die Studenten das große pädagogische Engagement Finks am gesellschaftlichen Aufbau und Wandel. Das wirkte ansteckend und provozierend. Er wünschte nicht Gefolgschaft, sondern Denkoffenheit, in der jeder Vorschlag, jeder Beitrag aufgenommen, beraten und bedacht werden konnte. In dieser Weise baute Fink eine Denknähe auf, die seine Schüler zum Weiterdenken anregte. Nicht nur die denkerische Schulung seiner Studenten war ihm ein Anliegen, er kümmerte sich auch um den Fortgang des Studiums. Unaufdringlich konnte er nach den Interessen, nach dem Fortgang einer Arbeit fragen, mit wichtigen Hinweisen helfen und vor Gefahren warnen. Aber er konnte auch schweigen und sich zurückziehen, wenn er den Eindruck gewann, dass sein Rat nicht gewünscht, nicht gefragt war, wenn allzu schnell Lösungen fixiert wurden und keine Fragen mehr offenblieben. Das Weiterfragen zu lehren war ihm ein Anliegen, das er vermittelte. Das machte ihn unbequem, aber niemals unsympathisch. Für seine Studenten setzte er sich in vielfacher Weise ein, wenn es galt sie zu fördern. Manche dezente Hinweise auf mögliche Berufs- und Lebenswege gingen von ihm aus, denen dann auch konkrete Hilfen folgten.

Die Entbehrungen und Strapazen der Kriegszeit, die Überbelastung durch die Universitätslehre, wo er z. B. lange Zeit als einziger prüfungsberechtigter Pädagoge allen Lehramtskandidaten das Pädagogicum abnehmen musste – dazu das ungebremste Engagement in der Bildungspolitik nach dem Kriege, das häufig Wochenenden einschloss, so dass von Entspannung vom Alltag keine Rede mehr sein konnte – das alles zeigte seine Folgen. 1970 war eine Nierenoperation unumgänglich, es folgten Herz- und Kreislaufprobleme, Diabetes, so dass er sich entschloss, sich 1971 emeritieren zu lassen. Es blieben ihm noch vier etwas ruhigere Jahre, die jedoch selbst jetzt noch getrübt wurden von missgünstigen Zeitgenossen, z. B. indem ihm der Zutritt zu seinem bisherigen Institut erschwert wurde, so dass er daraufhin jeden weiteren Besuch der Universität ablehnte, an der er über 50 Jahre lang studiert und gelehrt hatte. Im März 1975 brachte der erste Schlaganfall eine schwere Sprachstörung, die jedoch mit viel Energie wieder behoben werden konnte. Doch folgte im Juni der zweite Schlaganfall, von dem Fink sich nicht mehr erholte. Er starb am 25. Juli am dritten Schlaganfall. Auf seinen eigenen Wunsch wurde er nur im Beisein der Familie und der engsten Freunde in Freiburg beerdigt.

Sommerschule des Marc-Richir Archivs

Seit 2017 findet im Burgund eine alljährliche Sommerschule des Marc-Richir Archivs statt. 2021 wurde sie von der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) finanziell unterstützt.

Programm

18 juillet 2021 19h : Dîner d’accueil de l’Atelier de lecture

19 juillet 2021 : Atelier de lecture : Les « Notes sur la phénoménalisation » de Marc Richir

10h-13h : Lectures choisies + Discussion (animée par Alexander Schnell)

Pause déjeuner

14h-17h30 : Lectures choisies + Discussion (animée par Sacha Carlson)

19h : Dîner d’accueil de l’Atelier d’été

20 juillet 2021 : Recherches phénoménologiques et Journée thématique

Matinée : Recherches phénoménologiques

10h-11h : Inga Römer : Le « frère inconnu ». L’œuvre d’autrui chez Proust.

11h-12h : Aurélie Névot : Le corps effacé. Relations, substances, submutances (à paraître aux Mémoires des Annales de Phénoménologie)

12h15-13h15 : Abbed Kanoor : Quelques pistes de réflexion pour une phénoménologie du style

Pause déjeuner

Après-midi : « Nécessité & Contingence »

14h30-15h30 : Antonino Mazzù : L’« être imprépensable » ou d’une possible formidable contingence. Esquisse à partir de Schelling

15h30-16h30 : Patrick Lang : Nécessité et contingence dans l’ontologie de Max Scheler

16h45-17h45 : István Fazakas : La dimension matérielle de la phénoménalisation ou nécessités et contingences de la matière

21 juillet 2021 : Recherches richiriennes

10h-11h : Alexander Schnell : Tendances actuelles dans la phénoménologie en Allemagne et en France

11h15-12h15 : Jérôme Watin-Augouard : Que peut la phénoménologie ? Enjeux politiques de la phénoménologie richirienne du symbolique

Pause déjeuner

13h30-14h30 : Aurélien Alavi : Le prosaïsme de la marche et la danse du langage. La portée d’une analogie valéryenne chez le dernier Richir

14h45-1­5h45 : Pietro Braga : L’illusion transcendantale et la phénoménologie

1­6h-17h30 : Assemblée générale de l’A.I.P.

22 juillet 2021 : Recherches phénoménologiques

10h-11h : Grégori Jean : Phénoménologie verticale

11h-12h : Grégori Jean & Alexander Schnell : À propos de l’ontogenèse en phénoménologie

12h15-13h15 : Aurélien Alavi : Le statut architectonique de la réminiscence

Pause déjeuner

14h30-15h30 : Stéphane Finetti : L’enthousiasme chez E. Fink

15h30-16h30 : Julie Cottier & Pablo Posada Varela : Phénoménologie de l’expérience littéraire : lire un roman

16h45-17h45 : Sacha Carlson : Le phénomène musical

20h : Dîner de clôture de l’Atelier d’été

Association Internationale de Phénoménologie

Die Association Internationale de Phénoménologie (Internationale Vereinigung für Phänomenologie) (A.I.P.) wurde am 26. Juli 2019 in Dixmont (Burgund/Frankreich) gegründet. Sie ist direkt aus der am 2. Mai 2001 von Marc Richir (†) in Paris gegründeten „Association pour la promotion de la phénoménologie“ hervorgegangen. Gründungsmitglieder derselben waren Bernard Besnier (†), Gérard Bordé, Jean-Toussaint Desanti (†), Vincent Gérard, Raymond Kassis, Albino Lanciani, Patrice Loraux, Jean-François Pestureau, Guy Petitdemange (†) und Alexander Schnell. Marc Richir wurde 2001 zum Präsidenten der Vereinigung bestimmt und blieb dies bis zu seinem Tod, bevor Alexander Schnell am 19. Mai 2016 zu dessen Nachfolger gewählt wurde. Seit 2017 war sie mit dem Institut für Transzendentalphilosophie und Phänomenologie (ITP) assoziiert. Diese Assoziation besteht mit der Internationalen Vereinigung für Phänomenologie fort.

Seit der Gründung der Vereinigung hat sich der Kreis ihrer aktiven Mitglieder stark erweitert. Gegenwärtig hat die Organisation folgende Mitglieder: Aurélien Alavi, Paula Angelova, Gérard Bordé, Pietro Braga, Roland Breeur, Sacha Carlson (Schatzmeister), Georgy Chernavin, Jean-Toussaint Desanti (†), Dominic Ekweariri, István Fazakas, Philip Flock, Stéphane Finetti, Florian Forestier, Sibylle Gérain, Tudi Gozé, Marwan Henneron, Iván Galán Hompanera, Leonard Ip, Bogdan Sabin Ivan, Abbed Kanoor, Grégori Jean, Guy van Kerckhoven, Pierre Kerszberg, Patrick Lang (Sekretär), Patrice Loraux, Antonino Mazzù, Joëlle Mesnil, Yasuhiko Murakami, Aurélie Névot, Karel Novotný, Pelayo Pérez García, Jean-François Perrier, Jean-François Pestureau, Guy Petitdemange (†), Pablo Posada Varela, Inga Römer, Ricardo Sánchez Ortiz de Urbina, Tetsuo Sawada, Alexander Schnell (Präsident), Montserrat Tarrés Picas, László Tengelyi (†), Amalia Trepca, Jürgen Trinks, Sterre Vonk, Wataru Wada, Jérôme Watin-Augouard.

Die Vereinigung hat sich der Förderung der zeitgenössischen Phänomenologie verschrieben. Zugleich unterstützt sie aber auch Initiativen im Bereich der „klassischen“ phänomenologischen Forschung. Sie bringt eine eigene Zeitschrift (die Annales de Phénoménologie – Nouvelle série) und eine eigene Buchreihe (die Mémoires des Annales de Phénoménologie) heraus. Bisher sind 18 Ausgaben der Zeitschrift und 14 „Mémoires“ erschienen. Ferner organisiert die Organisation Workshops und ein jährlich stattfindendes, geschlossenes Sommerseminar. 15 Mal trafen sich die Mitglieder der Organisation zu diesem Seminar (zwischen 2001 und 2015) in Banon (Südfrankreich). Seit 2017 findet es in Form einer akademischen Sommerschule im Burgund statt.

Marc Richir Archiv (MRA)

Adresse:

Bendahler Str. 31 / D-42285 Wuppertal / Raum 3.6 und 3.13

Postanschrift:

Bergische Universität Wuppertal / Prof. Dr. Alexander Schnell / Gaußstrasse 20 / D-42119 Wuppertal  

Direktor: Prof. Dr. Alexander Schnell (Bergische Universität Wuppertal)

Geschäftsführer: Dr. Philip Flock (Bergische Universität Wuppertal)

Mitarbeiter: Paula Angelova (Sofia), István Fazakas (Wuppertal), Jean-François Perrier (Laval (Québec))

Mitglieder: Gérard Bordé (Amiens), Pietro Braga (Wuppertal), Prof. Dr. Roland Breeur (Leuven), Dr. Sacha Carlson (Paris), Ass. Prof. Dr. Georgy Chernavin (Moskau), Dominic Ekweariri (Wuppertal), Dr. Stéphane Finetti (ITP/Wuppertal), Dr. Florian Forestier (Paris), Tudi Gozé (Toulouse), Dr. Iván Galán Hompanera (Wuppertal), Bogdan Sabin Ivan (Lyon), Prof. Dr. Guy van Kerckhoven (Brüssel/Leuven), Prof. Dr. Pierre Kerszberg (Toulouse), Ass. Prof. Dr. Patrick Lang (Nantes), Ass. Prof. Dr. Patrice Loraux (Paris), Prof. Dr. Antonino Mazzù (Brüssel), Dr. Joëlle Mesnil (Paris), Prof. Dr. Yasuhiko Murakami (Osaka), Dr. Aurélie Névot (Paris), Prof. Dr. Karel Novotný (Prag), Pelayo Pérez García (Valladolid), Jean-François Pestureau (Paris), Dr. Guy Petitdemange (Paris), Pablo Posada Varela (Paris/Wuppertal), Prof. Dr. Inga Römer (Grenoble), Prof. Dr. Ricardo Sánchez Ortiz de Urbina (Valladolid), Ass. Prof. Dr. Tetsuo Sawada (Toyama), Montserrat Tarrés Picas (Valladolid), Jürgen Trinks (Wien), Prof. Dr. Wataru Wada (Osaka).

Die Bergische Universität Wuppertal beherbergt seit März 2019 das neugegründete Marc-Richir-Archiv. Marc Richir (1943-2015) gehört zur dritten Forschergeneration der phänomenologischen Bewegung. In seinem originellen und eigenständigen Ansatz einer Phänomenologie der Sinnbildung verbinden sich eine intensive Kritik und Interpretation der ganzen phänomenologischen Tradition – von den Gründervätern Husserl und Heidegger bis zur zeitgenössischen Forschung – mit einer breit angelegten Lektüre der Philosophiegeschichte in systematischer Absicht, von der Antike bis zur klassischen deutschen wie französischen Philosophie.

Dabei zeigt sich sein Denken im besonderen Maße dialogfähig. Mit seinem Ansatz einer Neugründung der transzendentalen Phänomenologie sucht Marc Richir Antworten auf die Fragen des Strukturalismus und Post-Strukturalismus, ebenso wie der Psychopathologie oder der phänomenologischen Anthropologie. Bisher noch kaum rezipiert sind darüber hinaus seine zahlreichen Schriften zur Politik, Literatur und Mythen-Forschung. Mit der von ihm ins Leben gerufenen Publikationsreihe der Krisis (Verlag J. Millon) sowie der Zeitschrift Annales de Phénoménologie hat sich bereits eine rege Forschungsgemeinschaft im Umkreis seiner Philosophie gebildet.

Mit seinem Tod im Jahre 2015 fand dieses reiche wie lebendige Denken sein Ende. Dem Lehrstuhl für theoretische Philosophie, unter der Leitung von Prof. Alexander Schnell, wurden die Nachlassrechte an seinem Werk zugesprochen. Es bietet sich daher nun die Gelegenheit, die Rezeption seines Werkes in Deutschland fortzuführen und auszubauen. Neben der Katalogisierung der umfangreichen Privatbibliothek Richirs ist es vor allem der handschriftliche Nachlass, der sukzessive erschlossen, und in Form von Digitalisaten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.

Darüber hinaus erweist sich Marc Richir nicht bloß als vielseitiger und origineller Philosoph, sondern auch als europäischer Denker. Nachdem er eine erste Aufmerksamkeit in Frankreich und Belgien erhalten hatte, gibt es inzwischen eine große Anzahl spanischer und spanischsprachiger Forscher, die sich mit seinen Ideen auseinandersetzen. Derzeit besteht ein wachsendes Interesse auch in Deutschland, Ost-Europa wie auch zunehmend interkontinental (China, Japan, USA usw.). Damit zeichnet sich bereits ab, dass das Richir-Archiv mehr sein wird als ein Sammelplatz für eingeweihte Spezialisten. Vielmehr soll es das „Herzstück“ eines Zentrums philosophischen Lernens und Forschens werden. Im Namen des Archivs werden Seminare, Workshops und Tagungen veranstaltet, welche Studenten, Doktoranden und Forscher diverser Fachrichtungen aus den verschiedensten Ländern in Kontakt bringen sollen.

Aktuelles

Am 13. Januar 2022 beginnt das Online-Seminar „Phänomenologie der Spekulation und spekulative Phänomenologie“ (Florian Arnold, Alexander Schnell (Org.)), ausgerichtet vom ITP und dem Marc-Richir Archiv.

Zoom-Link:

https://uni-wuppertal.zoom.us/j/97199956859?pwd=dU0yZ3J0a1NXdFRGc3ZlVW9ydEFoZz09

Am 2. und 3. Dezember 2021 findet an der Universität Grenoble Alpes die internationale Tagung „Remembering – Phenomenological and Analytic Approaches“ statt (in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Inga Römer u. a.) (von der DFH finanziert) (Ausrichter: Univ. Grenoble und ITP)

Programm

2. Dezember 2021
Centre des Technologies du Logiciel, amphithéâtre

  • 09:00-09:20. Welcome.
  • 09:20-10:10. Approche phénoménologique de la mémoire. Alexander Schnell (Institute for Transcendental Philosophy and Phenomenology, Bergische Universität Wuppertal).
  • 10:10-11:00. An ability-view about déjà-vécu experiences. Denis Perrin (Centre for Philosophy of Memory, Université Grenoble Alpes).
  • 11:00-11:20. Coffee break.
  • 11:20-12:10. La mémoire du corps selon Merleau-Ponty. Jan Lockenbauer (Bergische Universität Wuppertal).
  • 12:10-13:00. Episodic remembering and experiential remembering: A difference in subject matter? James Openshaw (Centre for Philosophy of Memory, Université Grenoble Alpes).
  • 13:00-14:20. Lunch break.
  • 14:20-15:10. Enactive remembering: From lived experience to memory model. Anco Peeters & Francesca Righetti (FOR 2812 Constructing Scenarios of the Past, Ruhr-Universität Bochum).
  • 15:10-16:00. What is a phenomenology of memory? Some perspectives. Inga Römer (Institut de Philosophie de Grenoble, Université Grenoble Alpes).
  • 16:00-16:20. Coffee break.
  • 16:20-17:10. The role of imagination and recollection in the phenomenal contrast arguments. Hamid Nourbakhsh (University of Missouri).
  • 17:10-18:00. Are the phenomenology of memory and the phenomenology of imagination mutually exclusive? Andrea Rivadulla Duro (LOGOS, University of Barcelona/Centre for Philosophy of Memory).
  • 18:00-18:10. Comfort break.
  • 18:10-19:00. Pachyderm remembrance: The phenomenology of animal memory. David Pena (San Francisco State University).
  • 20:00. Dinner.

3. Dezember 2021
Centre des Technologies du Logiciel, amphithéâtre

  • 09:00-09:50. Perspective-taking in time. Christoph Hoerl (University of Warwick).
  • 09:50-10:40. On the paradox of „immemorial memory“. Jing Shang (Sorbonne).
  • 10:40-11:00. Coffee break.
  • 11:00-11:50. Seeing oneself from-the-outside: Point of view in memory imagery. Christopher McCarroll (Ruhr-Universität Bochum/Centre for Philosophy of Memory).
  • 11:50-12:40. Fleshing out memory: Heidegger and Danto on historicity, plus two case studies. Giacomo Croci (Freie Universität Berlin).
  • 12:40-14:00. Lunch break.
  • 14:00-14:50. What is transcendental in the phenomenology of memory? On Husserl’s synthesis of reproduction. Patrick Eldridge (University of New Brunswick).
  • 14:50-15:40. The main characteristics of subjective time involved in episodic simulation. Bruna Richter (Philosophy of Memory Lab, Universidade Federal de Santa Maria).
  • 15:40-16:00. Coffee break.
  • 16:00-16:50. The will-independence of memory. André Sant’Anna (Washington University in St. Louis/Centre for Philosophy of Memory).
  • 16:50-17:40. Body memory and its actualisation: Opening and closing possibilities. Michela Summa (University of Würzburg).
  • 17:40-17:50. Comfort break.
  • 17:50-18:20. Kourken Michaelian and Alexander Schnell, closing remarks.

15.11.2021: Einladung des ITP von Prof. Dr. Klaus Vieweg (Friedrich-Schiller-Universität Jena) zu einem Abendvortrag am Philosophischen Kolloquium der Bergischen Universität Wuppertal: „Hegel im Wunderland – Der Anfang der Philosophie“.

Am 12. und 13. November 2021 findet an der Universität Prag eine internationale Tagung über „Neuere Forschungen zu Fink“ statt (Org. Dr. Cathrin Nielsen, Eugen-Fink-Zentrum Wuppertal).

Vom 31. August bis zum 2. September 2021 findet in Wuppertal eine internationale Tagung „Schelling und die Phänomenologie“ statt (Org. Dr. Sylvaine Gourdain & Prof. Dr. Alexander Schnell, Institut für Transzendentalphilosophie und Phänomenologie (ITP)).

Vom 19.-22. Juli 2021 findet in Dixmont, Burgund das „1. Sommeratelier Marc Richir“ (von der DFH finanziert) statt (Ausrichter: Marc-Richir Archiv (MRA)).

Am 17. und 18. Juni 2021 findet an der Universität Namur (Belgien) eine internationale Tagung über die jüngsten Arbeiten von Alexander Schnell, Leiter des Instituts für Transzendentalphilosophie und Phänomenologie an der Bergischen Universität Wuppertal, statt.

Klick auf das Plakat: Größere Version.

Thema der Veranstaltung ist seine im vergangenen Jahr erschienene Abhandlung „Seinsschwingungen“, die sich der Möglichkeit und der Beschaffenheit einer phänomenologischen Metaphysik sowie dem Status des Seins in der transzendentalen Phänomenologie widmet.

Die Veranstaltung findet online und in französischer Sprache statt. Teilnahme unter
https://meet.jit.si/colloquetranscendantalschnell.

Geplante Tagungen für 2022:

22.-24.3. 2022: (in Wuppertal) Internationale Tagung „J. Derrida und die Phänomenologie“ (von der DFG finanziert) (Ausrichter: ITP)

28.-30.3. 2022: (in Nizza) Internationales Workshop „Phänomenologische Lesarten von Descartes“ (Eröffnung des DFH-Graduiertenkollegs „Phänomenologie(n) zwischen Frankreich und Deutschland“) (Ausrichter: Universität Nizza und ITP)

6.-8.4. 2022: (in Wuppertal) „Der Philosoph und die Gesellschaft. Heideggers ‚Schwarze Hefte‘ 1931-1970“ (zusammen mit dem Hauptorganisator Prof. Dr. Peter Trawny) (Ausrichter: Martin-Heidegger Institut und ITP)

20.5.-22.5. 2022: (in Wuppertal) Tagung zur „Darstellung der Wissenschaftslehre 1801/02 von J.G. Fichte“ (von der DFG finanziert) (Ausrichter: Internationales Fichte-Forschungszentrum (IFF))

29.8.-1.9. 2022: (in Wuppertal) 2. Sommeratelier des Marc Richir Archivs „Gefühle, Affekte, Affektivität“ (Ausrichter: Marc Richir Archiv (MRA))

2.9.-3.9. 2022: (in Wuppertal) Internationales Workshop „Phänomenologische Dualismen und/oder Monismen“ (im Rahmen des DFH-Graduiertenkollegs „Phänomenologie(n) zwischen Frankreich und Deutschland“) (Ausrichter: ITP und Universität Nizza)

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Archiv

2020

25.-26. September 2020: Workshop „Phänomenologie und Neurowissenschaften“ (im Rahmen des ITP), Sascha B. Fink (Universität Magdeburg) & A. Schnell (Org.), Bergische Universität Wuppertal.

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14.-16. Juli 2020:  „4. Seminar in Dixmont“ der Association Internationale de Phénoménologie (im Rahmen des Marc-Richir-Archivs/ITP), Dixmont (geschlossenes Seminar).

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1. Internationale Forschungstagung des Eugen-Fink-Zentrums Wuppertal (EFZW):

EUGEN FINK UND DIE KLASSISCHE DEUTSCHE PHILOSOPHIE. EINE AUSEINANDERSETZUNG IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN TRANSZENDENTALPHILOSOPHIE, PHÄNOMENOLOGIE UND METAPHYSIK

(5.-7. Februar 2020 am EFZW der Bergischen Universität Wuppertal)

Dr. Cathrin Nielsen, Prof. Dr. Alexander Schnell (Org.)

Tagungsprogramm

Die 1. Internationale Tagung des Eugen-Fink-Zentrums Wuppertal (EFZW) widmet sich der Auseinandersetzung mit der Rezeption Eugen Finks der Klassischen Deutschen Philosophie. Damit verfolgt sie ein doppeltes Ziel: eine entwicklungsgeschichtliche Rekonstruktion der Einflüsse der Klassischen Deutschen Philosophie auf Finks transzendental-phänomenologische Konzeption des Weltproblems und die systematische Fruchtbarmachung von Finks „me-ontischer“ Lektüre dieser Tradition für die aktuelle Forschung derselben. Dabei gilt es etwa, Finks an Hegels dialektisch-spekulativ ausformulierter „ontologischer Erfahrung“ geschulte Konturierung einer „kosmologischen Differenz“ herauszuarbeiten, die sich geschichtlich in Sein und Wissen widerspiegelt. Der Kern von Finks Beitrag zum phänomenologischen Denken wie auch zu einer Neu-Auslotung insbesondere von Hegels Phänomenologie des Geistes, aber auch seiner Logik, liegt in seiner Reformulierung des Phänomenologischen als solchem, die zugleich eine Transformation des Transzendentalen beinhaltet. Andere Sektionen sind der Kant-Rezeption Finks, seiner Fichte-Rezeption sowie thematischen Bezügen zur Klassischen Deutschen Philosophie ganz allgemein gewidmet.

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Konferenz des Netzwerks Phänomenologie NRW:

„Was ist Phänomenologie?“

Fernuniversität Hagen, 17. Januar 2020

Tagungsprogramm:

10.00 –  11.00   Niklas Grouls: Die Crux der Eidetik. Das Husserl´sche Originalprogramm und seine

                         Aktualität   

11.00 – 12.00    Ulrich Dopatka: Bemerkungen zur phänomenologischen Methode

12.00 – 13.00   Gemeinsames Mittagessen in der Mensa

13.00 – 14.00   Alexander Schnell: Was ist transzendentale Phänomenologie?

14.00 – 15.00   Steffen Herrmann: Was ist politische Phänomenologie?

15.00 – 15.30   Kaffeepause

15.30 – 16.30   Tobias Keiling: What is phenomenological realism?

16.30 – 18.00  Weitere Gestaltung des Netzwerks. Namensfindung und Diskussion

ab 18.30          Ausklang im „Landhaus Thomas“   

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10.-11. Januar 2020: Internationale Tagung „Selbstbewusstsein und Absolutheit. Der Umbruch in Johann Gottlieb Fichtes Denken um 1800“, T. Kisser, P. Lohmann & A. Schmidt (Org.), Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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2019

1. Internationaler Marc-Richir-Kongress:

Transpositionen des Denkens. Marc Richirs Projekt einer Neugründung der Phänomenologie

26. März 2019 – 29. März 2019 am ITP der Bergischen Universität Wuppertal

TAGUNGSPROGRAMM

© Jean-Claude Encalado

Der erste Internationale Marc Richir Kongress soll anlässlich der Gründung des Marc-Richir-Archivs an der Bergischen Universität Wuppertal Forschern aus aller Welt die Möglichkeit bieten, die Neugründung der Phänomenologie durch Marc Richir zu diskutieren und ihre mannigfaltigen Konsequenzen herauszuarbeiten. Hierbei sollen die Hauptlinien der Richir’schen Philosophie herausgestellt und die mögliche Anschlussfähigkeit seines Denkens für Nachbardisziplinen erprobt werden.

Key note speakers: Sacha Carlson (Paris/Brüssel), Michael Staudigl (Wien), Bruce Bégout (Bordeaux), Robert Alexander (Bruxelles), Alexander Schnell (Wuppertal)

PHÄNOMENOLOGIE UND DIE GRENZEN DER METAPHYSIK:
ZEITLICHKEIT, DIFFERENZ UND SEIN

Frühlingsschule der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung

(1.-3. April 2019 am ITP der Bergischen Universität Wuppertal)

Programm der Frühlingsschule

Zeitlichkeit, Differenz und Sein sind Schlüsselbegriffe der Phänomenologie, genau so aber auch
Problemstellungen der Metaphysik. Sie skizzieren ein Feld des philosophischen Fragens, in dem die Phänomenologie immer wieder an ihre eigenen Grenzen stößt. Ob und wie dabei eine
tatsächliche Übertretung in Richtung der Metaphysik rechtmäßig oder gar notwendig ist, soll ein Gegenstand der Überlegungen dieser Frühlingsschule sein. Wie oft in der Phänomenologie, so müssen auch hier die „Sachen selbst“ Auskunft geben. An ihnen allein kann die
Sachhaltigkeit des phänomenologischen Diskurses bezüglich der Frage, wie weit das
Phänomenologische in das Metaphysische hineinreicht, ausgewiesen werden. Zugleich ist aber
auch festzustellen, dass gerade von zeitgenössischen Beiträgen zur Phänomenologie immer
häufiger betont wird, dass Phänomene von Faktizität bzw. Seinsüberschuss durchsetzt sind.
Und so fordert die Metaphysik die Phänomenologie an genau der Stelle heraus, an dem ein
nicht reduzierbarer „Rest“ sich gegen jede erkenntnistheoretische Einschränkung geltend
macht. Zeitlichkeit, Differenz und Sein sind dabei im höchsten Maße Ausdruck eines die
Phänomene strukturierenden aporetischen Gehaltes. Um diesen fassen zu können, bedarf es
unter Umständen neuer Grenzziehungen und einer Umstrukturierung des phänomenologischen
Fragens.

Die Frühlingsschule 2019 der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung
richtet sich insbesondere an Graduierte und Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, die an
ihrer Dissertation oder Habilitationsschrift mit Bezug zur phänomenologischen Philosophie
arbeiten. Aber auch fortgeschrittene Masterstudierende, die an der phänomenologischen
Forschung interessiert sind, sind eingeladen, sich zu bewerben. Prof. Sophie Loidolt
(Darmstadt), Prof. Inga Römer (Grenoble) und Prof. Alexander Schnell (Wuppertal) werden an
den Diskussionen teilnehmen und Plenarvorträge halten.

17. – 19. 5. 2019: Internationale Tagung „Fichtes Entdeckung der Subjektivität III. Die Wissenschaftslehre nova methodo (1798/1799)“, T. Kisser, P. Lohmann, J. Stolzenberg, M. d’Alfonso, C. Klotz, A. Schmidt & P. Schwab (Org.), Barockschloss Rammenau.

24.7.- 26.7. 2019: „3. Sommerschule des Marc-Richir-Archivs“ der „Association pour la promotion de la phénoménologie“: „Le possible et le virtuel“ (geschlossenes Seminar).

2018

19.1. – 21.1.2018: Internationale Tagung „Fichtes Entdeckung der Subjektivität I (b). Der Beginn des Deutschen Idealismus in Fichtes erstem Systementwurf in den nachgelassenen Manuskripten: Eigne Meditationen über ElementarPhilosophie und Practische Philosophie (1793/94)“, T. Kisser, P. Lohmann, A. Schnell (Org.) Leucorea (Wittenberg).

April-Juli 2018: Oberseminar am Lehrstuhl für theoretische Philosophie und Phänomenologie der Bergischen Universität Wuppertal: Programm Teil I & Programm Teil II (Doktorandenseminar 2017-2018).

30. 4. 2018: Einladung des ITP von Dr. Hartmut Traub zu einem Abendvortrag am Philosophischen Kolloquium der Bergischen Universität Wuppertal: „Michel Houellebecq. Philosophisches und Literarisches über Zeitgeist und Zeitgeist-Kritik“.

3.5. – 4.5.2018: Nachwuchstagung „Phänomenologie“ (im Rahmen des DFG-Netzwerks „Phänomenologie und Metaphysik der Welt“ unter der Leitung von Dr. T. Keiling), Bergische Universität Wuppertal.

25. 5. – 27. 5. 2018: Internationale Tagung „Fichtes Entdeckung der Subjektivität II. Die Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre (1794/95)“, T. Kisser, P. Lohmann, A. Schnell, J. Stolzenberg, M. d’Alfonso, C. Klotz, A. Schmidt & P. Schwab (Org.), Barockschloss Rammenau.

2. 7. 2018: Einladung des ITP von Prof. Dr. Petra Lohmann (Universität Siegen) zu einem Abendvortrag am Philosophischen Kolloquium der Bergischen Universität Wuppertal: „Architektur und Selbstbewusstsein. Anmerkungen zur Fichte-Rezeption Karl Friedrich Schinkels“.

6. 7. 2018: Gedenktagung „Fichte im Streit“ anlässlich des 90. Geburtstags von Prof. Dr. Wolfgang Janke (Bergische Universität Wuppertal), A. Schnell, H. Traub (Org.), Bergische Universität Wuppertal, Raum U.11.03.

12. 7. 2018: Workshop „Die Idee einer spekulativen Phänomenologie“, F. Fraisopi, A. Schnell (Org.), Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

16. 7. 2018: Einladung des ITP von Prof. Dr. Nam-In Lee (Seoul National University) zu einem Abendvortrag am Philosophischen Kolloquium der Bergischen Universität Wuppertal: „Gefühl als Ursprung des Wertes bei M. Scheler und Mencius“.

25. 7.- 27. 7. 2018: Sommer-Seminar der „Association pour la Promotion de la Phénoménologie“: „Le réel et le(s) réalisme(s)“, org. in Zusammenarbeit mit dem ITP, der BUW und der Karls-Universität Prag (geschlossenes Seminar).

27. 8.-28. 8. 2018: Internationale Tagung „New Phenomenological Perspectives on the Crisis and the Lifeworld“, G. Ferrer, H. Inverso, N. Schmich (Org.) im Rahmen des ITP, Bergische Universität Wuppertal, Raum B.06.01 & O.09.40.

18. 9. 2018: Workshop „Situationen des Seins: Welt, Selbst, Denken“, A. Schnell (Org.) in Zusammenarbeit mit der Universität Köln und der Fernuniversität Hagen, Bergische Universität Wuppertal, Raum O.11.40.

28. 9. 2018: Workshop „Phänomenologie & Metaphysik“ (ITP, in Zusammenarbeit mit A. Xolocotzi und Ricardo A. Gibu), Freie Universität Puebla (BUAP, Mexiko).

2017

20.2. 2017: Workshop „Le relationnisme. Approches anthropologiques et philosophiques. Der Relationismus. Anthropologische und phänomenologische Annäherungen“ org. vom ITP und Dr. Aurélie Névot (CNRS, Paris) (in Zusammenarbeit mit Assoc. Prof. Dr. Patrice Maniglier (Universität Paris-Nanterre)) im Rahmen der Winterschule des Master Mundus-Programms „EuroPhilosophie“, Universität Wuppertal.

16.3.-18.3. 2017: Internationale Fichte-Frühlingsschule „25 Synthesen als Struktur der Wissenschaftslehre“, org. vom ITP (in Zusammenarbeit mit Michael Lewin)

10.4.-11.4. 2017: Internationale Tagung: „Marc Richir: Méthode et Architectonique“ (ausgerichtet von der Karls-Universität Prag und dem ITP in Prag)

10.5.2017: Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Alexander Schnell an der Bergischen Universität Wuppertal: „Was heißt ‚Verstehen‘? Kritische Anmerkungen zum hermeneutischen Ansatz“ (Bergische Universität Wuppertal, Raum O.07.24, 16 Uhr s.t.)

19.5.-21.5.2017: Internationale Tagung: „Fichtes Entdeckung der Subjektivität I (a). Eine neue Form der Reflexion – eine neue Form der Philosophie. Der Beginn des deutschen Idealismus in Fichtes erstem Systementwurf in den nachgelassenen Manuskripten Eigne Meditationen über ElementarPhilosophie und Practische Philosophie von 1793/94″, organisiert von der Internationalen Fichte-Gesellschaft, der Internationalen Schelling-Gesellschaft, dem ITP und der Universität Ferrara (Italien).

29.5.2017: Einladung des ITP von Prof. Dr. Thomas Bedorf (Fern-Univ. Hagen) zu einem Abendvortrag am Philosophischen Kolloquium der Bergischen Universität Wuppertal: „Zur Rhetorik des politischen Ressentiments“

12.6.2017: Einladung des ITP von Prof. em. Dr. Heinz Wismann (EHESS, Paris) zu einem Abendvortrag am Philosophischen Kolloquium der Bergischen Universität Wuppertal: „Atomos idea. Zur Frage der Unteilbarkeit“

26.6.2017: Einladung des ITP von Junior-Prof. Dr. Thiemo Breyer (Univ. Köln) zu einem Abendvortrag am Philosophischen Kolloquium der Bergischen Universität Wuppertal: „Verstand – Gemüt – Wille: Zur phänomenologischen Psychologie intersubjektiver Erlebnisse“

28.6.2017: Einladung von Prof. Smail Rapic und dem ITP von Prof. Dr. Hans-Rainer Sepp (Karls-Univ. Prag) zum Vortrag: „1800 – Subjekt von der Mitte aus?“

26.7.- 28.7. 2017: Sommer-Seminar der „Association pour la Promotion de la Phénoménologie“: „La pensée de Marc Richir„, org. in Zusammenarbeit mit dem ITP, der BUW und der Karls-Universität Prag. Keynote speaker: Prof. em. Dr. Guy van Kerckhoven, Prof. em. Dr. Patrice Loraux (geschlossenes Seminar).

9.10.-11.10 2017: Internationale Doppeltagung „Phänomenologie & Metaphysik“ I, Organisation: ITP und Université Grenoble Alpes (Prof. Dr. Inga Römer), Bergische Universität Wuppertal

8.11.-11.11. 2017: Internationale Tagung „Mathesis, Grund, Vernunft. Zur philosophischen und geistigen Identität Europas„, Organisation: Fausto Fraisopi (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) in Zusammenarbeit mit dem ITP, der Universität Pisa und der Universität Strasbourg, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

30.11.-2.12. 2017: Internationale Doppeltagung „Phänomenologie und Metaphysik II. Phénoménologie et métaphysique II“, Organisation: ITP und Université Grenoble Alpes (Prof. Dr. Inga Römer), Université Grenoble Alpes

Eugen Fink Gesamtausgabe (EFGA)

Das Projekt einer Gesamtausgabe der Werke Eugen Finks

Eugen Fink (1905–1975), Schüler von Edmund Husserl und Martin Heidegger, war nach seiner Promotion von 1929 bis 1938 Husserls Privatassistent. Unmittelbar nach Kriegsende wurde er auf den Lehrstuhl für Philosophie und Erziehungswissenschaft an der Universität Freiburg berufen, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1971 inne hatte. Er war Gründer und erster Direktor des Freiburger Husserl-Archivs. In seinen Vorlesungen und Publikationen setzt sich Fink im Rahmen einer kritischen Durchhellung der ontologischen Grundbegriffe des abendländischen Denkens insbesondere mit der antiken (Xenon, Parmenides, Heraklit, Platon, Aristoteles) sowie der neuzeitlichen Philosophie (Descartes und Leibniz bis hin zu Kant, Hegel und Nietzsche) auseinander und entfaltet auf dieser ideengeschichtlichen Grundlage eine von Husserl und Heidegger inspirierte, jedoch vollkommen eigenständig entwickelte kosmologische Anthropologie. Danach ist der Mensch weder Subjekt noch Seiendes noch Dasein, sondern „durch den Bau der Welt bestimmt“, d. h., er existiert im offenen Spielraum der „kosmologischen Dialektik“ von Himmel und Erde, Welt und Ding. Fink entfaltet die in das polare Wesen der Welt eingebettete menschliche Existenz am Leit­faden der „Grundphänomene“ von Arbeit, Herrschaft, Liebe, Spiel und Tod. Dabei wird vor allem der Dimension der „Co-Existenz“, die sich als Spielraum der Politik, als Erziehung, in der Generati­vität und im Totenkult äußert, ein zentrales Gewicht eingeräumt. In zahlreichen Vorträgen, Artikeln, Gelegenheitsschriften und Rundfunksendungen bezieht Fink zudem vor dem Hintergrund seiner aus der Kosmologie entfalteten Sozialphilosophie, philosophischen Anthropologie und Bildungsphilosophie zu den aktuellen Fragen der Bildungspolitik und Technik Stellung. Das 1981 von Ferdinand Graf (1931–2001) an der Pädagogischen Hochschule Freiburg gegründete und lange Jahre geleitete Eugen Fink-Archiv ist Anlaufstelle für Wissenschaftler aus aller Welt, die sich mit dem Werk Finks bzw. der Freiburger Phänomenologie befassen oder Schriften Finks in andere Sprachen übersetzen. Aufgrund seines denkerischen Zugriffs wie seines breitgefächerten und umfangreichen Werks gilt Eugen Fink vielerorts – insbesondere in Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Slowenien, Kroatien, den USA und Japan – als bedeutender Vertreter der deutschsprachigen Philosophie der Nachkriegszeit, der schon in seinem Frühwerk entscheidende Anstöße für das zeitgenössische Philosophieren, vor allem in Frankreich (Maurice Merleau-Ponty, Jacques Derrida, Marc Richir), gegeben hat.

Im Sommer 2004 beschlossen die Unterzeichnenden in Absprache mit Franz-Anton Schwarz und der Familie Fink die Konzeption einer Gesamtausgabe der Werke Eugen Finks. Wichtige Motive für diesen Schritt waren zum einen die Tatsache, dass heute fast alle von Fink selbst publizierten Werke vergriffen sind und daher ohnehin ihre Neuauflage zu erwägen ist, und zum anderen, dass der Verlag Karl Alber unter Lukas Trabert sich anbot, eine Ausgabe sämtlicher Werke verlegerisch zu betreuen. Dass sich 2005 Finks Geburtstag zum 100. Mal jährte, bot einen weiteren Anlass, mit einer Gesamtausgabe zu beginnen. Vor allem aber verfolgt die im Verlag Karl Alber erscheinende Ausgabe das Ziel, die bisher in acht verschiedenen Verlagen (Chamier, Karl Alber, Nijhoff, Kohlhammer, Vittorio Klostermann, Birkhäuser, Rombach und Königshausen & Neumann) verstreuten Buchpublikationen Finks zusammenzuziehen und unter Hinzunahme der noch unpublizierten Teile seines Nachlasses der Forschung die Möglichkeit zu geben, sein umfangreiches Gesamtwerk in seiner kohärenten Entwicklungsgestalt in den Blick zu nehmen.

Seit Dezember 2020 obliegt die Koordination der Eugen Fink Gesamtausgabe dem Eugen Fink Zentrum Wuppertal (EFZW) der Bergischen Universität Wuppertal. Herausgeber sind Annette Hilt, Cathrin Nielsen, Alexander Schnell, Hans Rainer Sepp und Holger Zaborowski.

Eugen Finks Nachlass

Finks wissenschaftlicher Nachlass umfasst vor allem Vorlesungstyposkripte und Typoskripte von Vorträgen und Aufsätzen, handschriftliche Dispositionen zu Seminaren und maschinenschriftliche Seminarprotokolle sowie Aufzeichnungen zu diversen Anlässen. Dank der Förderung seitens des ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Dr. Erwin Teufel, und mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg sichteten und katalogisierten die Unterzeichnenden im Zeitraum 2004/2005 Finks Nachlass, der im Universitätsarchiv Freiburg deponiert wurde und dort der Forschung zugänglich ist. Kopien wichtiger Nachlassteile verwahrt weiterhin das Eugen Fink-Archiv der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Fink formulierte sämtliche seiner im Zeitraum vom Sommersemester 1946 bis zum Wintersemester 1968/1969 an der Universität Freiburg gehaltenen Vorlesungen aus und tippte den für jede Vorlesungsstunde erforderlichen Text in die Maschine. Diese Typoskripte von insgesamt 28 Vorlesungen, deren Umfang jeweils zwischen 77 und 209 Seiten im A 4-Format beträgt, waren schon zu Finks Lebzeiten die Grundlage für nahezu alle seine Buchpublikationen. Nach Finks Tod wurde ein weiterer Großteil dieser Texte dank des Engagements von Susanne Fink und Franz-Anton Schwarz, aber auch von Egon Schütz und Jann Holl, zuerst bei Karl Alber, Rombach und Klostermann, später, in den Jahren 1985-1995, bei Königshausen & Neumann verlegt. Heute gibt es nur mehr sechs Vorlesungstexte Finks, die noch nicht publiziert sind: „Vom Wesen der menschlichen Freiheit“ (1947), „Vom Wesen der Philosophie“ (1948) und die „Einleitung in die Philosophie“ (1949/1950) – die nicht mit der gleichnamigen Vorlesung vom Sommersemester 1946 zu verwechseln ist, die 1985 von Franz-Anton Schwarz herausgegeben wurde – sowie die pädagogisch-sozialphilosophischen Themen gewidmeten Vorlesungen „Geschichte der Pädagogik der Neuzeit“ (1953/1954), „Einführung in die Erziehungswissenschaft (1954/1955) und „Gesellschaft – Staat – Erziehung (1961). Liegen also die meisten Vorlesungen Finks im Druck vor, so sind die übrigen Teile seines Nachlasses so gut wie unpubliziert. Das betrifft einen Teil der Aufsätze und Vorträge (so hatte Fink in den sechziger Jahren eine Reihe von zumeist nicht im Druck erschienenen Rundfunkvorträgen für den Südwestfunk verfasst) sowie den gesamten übrigen Nachlass: Dies sind zunächst die Hefte, in denen Fink für jedes seiner Seminare im vorhinein die Grundthemen der einzelnen Stunden zumeist stichwortartig konzipierte. Diese ‚Dispositionshefte’ werden durch Seminarprotokolle ergänzt, die in Finks Auftrag Assistenten von ihm wie Friedrich-Wilhelm von Herrmann, Egon Schütz oder Hans Ebeling von einzelnen Seminaren anfertigten – von den insgesamt 77 an den Universitäten Freiburg und Basel gehaltenen Seminaren sind 40 protokolliert; Fink selbst autorisierte die Protokolle und fügte sie in seinen wissenschaftlichen Nachlass ein.

Sodann gehört hierzu die Gruppe der ‚Aufzeichnungen’, die in erster Linie Gedankennotizen und Entwürfe umfasst. Ein großer Teil von ihnen stammt aus Finks Assistentenzeit bei Husserl. Diese von Ronald Bruzina erschlossenen Texte bilden eine einzigartige Dokumentation: Sie belegen nicht nur die frühe Eigenständigkeit von Finks eigenem philosophischen Standort, sondern spiegeln aus nächster Nähe die Entwicklung von Husserls Spätphilosophie wider (hier sind vor allem Finks Mitarbeit an der deutschsprachigen Ausgabe von Husserls Cartesianischen Meditationen, am ‚Zeitbuch’ [Ausarbeitung von Husserls „Bernauer Manuskripten“] und an der Problematik von Husserls Spätschrift Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie hervorzuheben), und, da Fink auch zu Heidegger enge Kontakte unterhielt, zudem dessen Bemühungen um eine Umbildung der Husserlschen Phänomenologie. In den Aufzeichnungen zeigt Fink im Gegensatz zu den damals von ihm publizierten Schriften in radikaler Offenheit die Grenzen der philosophischen Konzepte von Husserl und Heidegger auf (so z. B. im Rahmen einer von ihm geplanten „Differenzschrift“, die die Positionen von Husserl und Heidegger kritisch ausloten wollte) und profilierte damit, was insbesondere die Entwicklung eines „meontischen Denkens“ betraf, schon sehr früh eine gegenüber Husserl und Heidegger eigenständige Position. Sofern Fink auch andere Vertreter der Freiburger Phänomenologie jener Zeit wie Fritz Kaufmann und Oskar Becker in die sachliche Aus­ein­andersetzung mit einbezog, dokumentieren die Aufzeichnungen – in der Zeit kurz vor und während des beginnenden Nationalsozialismus und unmittelbar vor dem Exodus vieler deutscher und österreichischer Phänomenologen in die Vereinigten Staaten – die letzte Phase der Freiburger Phänomenologie nahezu in dem gesamten Umfang ihrer verschlungenen Problemhorizonte. Finks Aufzeichnungen sind damit nicht nur philosophie- sowie zeitgeschichtlich von einzigartigem Rang, sondern eröffnen sowohl für die Husserl- wie für die Heidegger-Forschung, vor allem aber für die Erforschung der Ursprünge von Finks eigener philosophischer Position neue Perspektiven. – Von den späteren Aufzeichnungen sind insbesondere die Aphorismensammlung eines Kriegstagebuchs, die „Eremitie“, sowie umfangreiche Notizen zu einem geplanten Buch über Rilke hervorzuheben.

Konzept der Gesamtausgabe

Die Ausgabe umfasst zwanzig Bandzählungen; da manchen Bandnummern Unterbände zugewiesen sind, ist insgesamt die Edition von dreißig Bänden geplant. Die Gliederung der Gesamtausgabe erfolgt in erster Linie nicht nach äußeren Kriterien, wie z. B. nach einer Einteilung in veröffentlichte und unveröffentlichte Werke, und auch nicht chronologisch, sondern sachlich nach dem Grundaufriss von Finks Philosophie. Sie umfasst dementsprechend die vier Abteilungen Phänomenologie und Philosophie (I.), Ontologie – Kosmologie – Anthropologie (II.), Philosophische Ideengeschichte (III.) und Sozialphilosophie und Pädagogik (IV.). Innerhalb dieses Aufrisses ist in zweiter Linie dort, wo es sachlich naheliegend und möglich ist, eine chronologische Anordnung vorgesehen. So sind die Bände der Abteilungen I und II, welche die Entfaltung von Finks philosophischem Standort deutlich machen, im wesentlichen chronologisch angeordnet. Die Bandfolge der III. Abteilung orientiert sich an der geschichtlichen Folge der behandelten ideengeschichtlichen Positionen, da hier, im Gegensatz zu den Schriften der Abteilungen I und II, eine die Werkgeschichte berücksichtigende Anordnung der Texte für diese wenig Signifikanz besäße. Die Reihung der vierten Abteilung wird nach sachlichen Gesichtspunkten im Schritt von der Sozialphilosophie über die Sozialfunktion des Pädagogischen zur Philosophie der Pädagogik und ihrer Geschichte vorgenommen. Kleinere Arbeiten wie Vorträge und Aufsätze werden in allen Abteilungen entsprechenden Themenbänden zugeordnet, auch wenn sie aus anderen Werkphasen entstammen als die Haupttexte, die einen Themenband definieren. Dies entspricht dem leitenden Kriterium der sachlichen Zuordnung und hat überdies den Vorteil, dass der Leser zu einem Thema nicht nur alle relevanten Texte Finks findet, sondern überdies ihre werkgeschichtliche Genese verfolgen kann. Für die Textanordnung in jedem einzelnen Band gilt das chronologische Prinzip, und zwar jeweils für die Haupttexte und die Beilagen. Die Haupttexte sind in der Regel längere, ausformulierte Schriftstücke (hierzu zählen auch die von den Schülern Finks angefertigten Protokolle), während im Beilagenteil Dispositionen und Aufzeichnungen aufgenommen werden, die den jeweiligen Haupttexten zugehören oder deren Thema weiter verfolgen. Bei der Wahl der Titel für die einzelnen Bände werden möglichst Formulierungen von Werken Finks verwendet.

Die Gesamtausgabe ist textkritisch angelegt. Textgrundlage bildet in der Regel die letzte Textfassung Finks. Alle zu einem Text vorhandenen Fassungen werden in ihrem Textzustand beschrieben. Da die meisten der von Fink selbst publizierten Bücher auf Vorlesungsskripten basieren, werden alle inhaltlich relevanten Abweichungen zu diesen textkritisch verzeichnet. Von Fink verwendete Zitate werden nachgewiesen und gegebenenfalls richtiggestellt. Die Texte werden in der Gestalt belassen, in der Fink sie verfasst hat, lediglich Rechtschreibung und Interpunktion werden den Regeln der deutschen Rechtschreibung vor der Rechtschreibreform angepasst. Als nötig sich erweisende Eingriffe der Herausgeber werden durch spitze Klammern im Text bzw. durch eine Notiz im textkritischen Apparat als solche kenntlich gemacht. Jede Ausgabe enthält zudem ein ausführliches Nachwort der Herausgeber, das die Entstehung der betreffenden Texte beschreibt und sie im Gesamtwerk Finks lokalisiert, sowie ein Verzeichnis der von Fink zitierten Literatur.

Inhalte der Ausgabe

Die erste Abteilung der Gesamtausgabe setzt mit Finks Frühwerk ein, seinen genuin phänomenologischen Arbeiten, die im Anschluss und in Auseinandersetzung mit Husserl entstanden. Sie wird von einem Band eröffnet, der, beginnend mit Finks 1930 in Husserls Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung erschienener Dissertation, die Beiträge von Finks Aufsatzsammlungen zur Phänomenologie, der Studien zur Phänomenologie (1966) und von Nähe und Distanz (1974), in chronologischer Folge zusammenstellt. Der zweite Band umfasst solche Texte, die Fink im Auftrag von Husserl verfasst hat; dies betrifft vor allem Arbeiten zu Husserls Cartesianischen Meditationen. Die vier Unterbände der dritten Bandnummer, Texte aus den Jahren 1927 bis 1946, vereinen die Fülle der Aufzeichnungen, die Eugen Fink, zum größten Teil für sich selbst, in seiner Assistentenzeit bei Husserl und danach in den Kriegsjahren niedergeschrieben hat. Auf die besondere Bedeutung dieses Textmaterials wurde bereits verwiesen. Der vierte Band der ersten Abteilung mit Haupttexten aus den Jahren 1946-1950 beinhaltet Arbeiten aus der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg: Unter dem Gesichtspunkt einer Pro­blematisierung des Begriffs der Philosophie zeigen diese Texte Finks Absprung von der Phänomenologie hin zu einem „spekulativen“ Denken – in der Vorlesung „Einleitung in die Philosophie“ vom Sommersemester 1946 begegnet schon der Begriff der „kosmologischen Differenz“ –, als eine Entwicklung jedoch, die früh in Finks Werk angelegt war.

Band 4 der ersten Abteilung bildet damit einen Brückenkopf für die zweite Abteilung, die der Ausfaltung der Basis von Finks Philosophie gewidmet ist: seinen ontologischen, anthropologischen und kosmologischen Studien. Die Perspektiven des Ontologischen, Anthropologischen und Kosmologischen sind in Finks Denken eng aufeinander bezogen – und dementsprechend die Texte, in denen sie entfaltet werden –, ohne dass sie miteinander verschmelzen. Insbesondere ist es der „ontologische Entwurf“, dessen Konzeption sich Fink verstärkt in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre zuwendet, der zu den ontologisch-anthropologisch-kosmologischen Untersuchungen der fünfziger Jahre überleitet. Die zweite Abteilung beginnt mit der Edition zweier Vorlesungen, der Philosophie des Geistes von 1946/1947 (publiziert 1994 von F.-A. Schwarz) sowie Sein und Mensch von 1950/1951 (publiziert von E. Schütz und F.-A. Schwarz 1977), in denen das Konzept des ontologischen Entwurfs konsequent ausgestaltet wird. Es schließen sich die Vorlesungen „Vom Wesen der menschlichen Freiheit“ (1947) und Welt und Endlichkeit (1949, publiziert 1990 von F.-A. Schwarz) an; beide Texte suchen den weltlichen Ort des Menschen in seiner Endlichkeit zu bestimmen, wobei letztere Finks Welt-Denken im Ausgang einer Diskussion der Positionen Kants und Heideggers erstmals systematisch umreißt. Auf diese Bände folgt die Neuausgabe der aus den fünfziger Jahren stammenden bekannten Vorlesungen Finks zu ontologisch-kosmologischen Grundbegriffen: Zur Ontologischen Frühgeschichte von Raum – Zeit – Bewegung (1951, publ. 1957), Sein, Wahrheit, Welt (1955/1956, publ. 1958) und Alles und Nichts (1958, publ. 1959), sowie der Studien zum Spielbegriff in Oase des Glücks (publ. 1957) und Spiel als Weltsymbol (Vorlesung von 1957, publ. 1960). ‚Spiel’ als eines der von Fink namhaft gemachten fünf „Grundphänomene“ des menschlichen Daseins – die übrigen vier bestimmte er als Arbeit, Herrschaft, Liebe und Tod – ist bei Fink zugleich das Scharnier, in dem menschliches und kosmisches Sein ineinanderwirken, und daher auch ein Grundbegriff der Anthropologie. Der vierte Band der Abteilung enthält folglich den Text der Grundphänomene des menschlichen Daseins (Vorlesung von 1955, publ. von E. Schütz und F.-A. Schwarz erstmals 1979), dessen Kapitel 21-26 – nun in anthropologischer Perspektive – dem Spiel gewidmet sind, sowie die aus den sechziger Jahren stammende Vorlesung Metaphysik und Tod (1964, publ. 1969). Band 5 ist dem Reprint von Finks Mode-Buch vorbehalten (1969) – einem Thema, das ebenfalls dem an­thropologischen Umfeld zugehört und u. a. zugleich eine Konkretion des Spiel-Themas in ästhetischer Hinsicht darstellt. Abgeschlossen wird die Abteilung durch die Epiloge zur Dichtung(1971) – weitere Zeugnisse von Finks Studien zur Ästhetik, die noch einmal die anthropologische Thematik mit der kosmologischen zusammenführen; in diesem Band wird auch eine Rekonstruktion des von Fink geplanten Rilke-Buches vorgenommen.

Die dritte Abteilung ist Finks Studien zur europäischen Ideengeschichte gewidmet. Sie enthält Bände mit Texten zur antiken Philosophie (Heraklit, Parmenides, Platon und Aristoteles), zu Descartes, Leibniz, Kant, Hegel und Nietzsche. Hervorzuheben ist hier insbesondere Finks vierzehnsemestriges Seminar einer Auslegung von Kants Kritik der reinen Vernunft. Von allen Seminaren liegen ausführliche Dispositionen Finks vor sowie bei vielen von ihnen, als Lesetexte, eine lückenlose Protokollierung der einzelnen Seminarstunden. Von den Texten dieser Abteilung erschienen im Druck bislang nur Finks Nietzsche-Buch, basierend auf seiner Vorlesung Nietzsches Philosophie (1954, publ. 1960), dann die posthumen Editionen der frühen Vorlesung Grundfragen der antiken Philosophie (1947/1948, publ. 1985 von F.-A. Schwarz) sowie eines Zusammenschnitts seiner Hegel-Vorlesungen (Hegel, hg. von J. Holl, 1977).

Die vierte Abteilung enthält zunächst Finks Schriften zur Sozialphilosophie, insbesondere die posthum edierte Vorlesung Existenz und Co-Existenz (1952/1953, wiederholt 1968/1969, publ. 1987 von F.-A. Schwarz) sowie die Vorlesungen „Experiment der Freiheit“ (1962) und „Ontologie der Arbeit“ (1965), die noch Fink selbst zum Traktat über die Gewalt des Menschen(1972) zusammengestellt hatte. Als weiteres folgen ein Band zum Themenkreis der sozialen Funktion des Pädagogischen und schließlich Bände, die das von Fink seit den fünfziger Jahren entwickelte umfassende Programm einer Philosophie der Erziehung dokumentieren; hierzu gehören auch zwei abschließende Bände mit Finks Vorlesung Metaphysik der Erziehung im Weltverständnis von Platon und Aristoteles (in den Jahren 1952 bis 1968 mehrfach gehalten, publiziert 1970) sowie diversen Texten zur Geschichte der Pädagogik der Neuzeit.

Es gehört zur Eigenart von Finks philosophischem Vorgehen, dass er sachlich-systematische Themen zumeist über die Diskussion von Standpunkten der philosophischen Tradition erarbeitete (Beispiele hierfür bieten etwa Welt und Endlichkeit und die Ontologische Frühgeschichte von Raum – Zeit – Bewegung); aber auch umgekehrt gilt, dass in den ideengeschichtlichen Studien stets das Interesse an den eigenen systematischen Fragestellungen hindurchscheint. Und doch lassen sich seine Texte jeweils schwerpunktmäßig der einen oder anderen Richtung zuordnen: nämlich nach Maßgabe dessen, ob eine ideengeschichtliche Untersuchung zu dem Zweck durchgeführt wird, Positionen der Tradition vor der Folie einer neuen Weltsicht neu zu interpretieren, oder aber, um mit ihrer Deutung eigene sachliche Fragestellungen zu verfolgen. Man kann vielleicht sagen, dass alle ideengeschichtlichen Studien Finks, trotz ihrer Eigenständigkeit in sich, für ihren Autor letztlich Bausteine dafür waren, den Ausbau seiner eigenen philosophischen Position voranzutreiben. Dem entspricht, dass die meisten Seminare Finks – neben sozialphilosophisch-pädagogischen – vor allem ideengeschichtlichen Themen gewidmet sind, und dass die meisten der von Fink selbst publizierten Bücher sich mit der systematischen Ausgestaltung seiner ontologisch-anthropologisch-kosmologischen Position befassen. Das einzige von Fink selbst veröffentlichte Buch zu einem ideengeschichtlichen Thema ist Nietzsche gewidmet – einem Denker, der dem zwölfjährigen Fink die Tür zur Philosophie aufgestoßen hatte. Auch bei wichtigen Texten zur Sozialphilosophie und Philosophie des Pädagogischen in der IV. Abteilung besteht ein enger Bezug zu Finks Onto-Kosmologie und Anthropologie – so z. B. im Fall der Sozialphilosophie beim Traktat über die Gewalt des Menschen, der eine weiterführende Konkretion der besonders in sozialer Hinsicht relevanten Grundphänomene der Herrschaft und Arbeit darstellt, und im Fall des Pädagogischen in den Vorlesungen „Philosophie der Erziehung“ (1951/1952, publ. unter dem Titel Natur, Freiheit, Welt von F.-A. Schwarz 1992) und Grundfragen der systematischen Pädagogik (1953, publ. von F.-A. Schwarz und E. Schütz 1978). Auch hier gilt das jeweils leitende Ziel, nämlich die sozialphilosophische Konkretisierung eines Themas bzw. die Grundlegung einer Philosophie der Erziehung, als Kriterium für die Zuordnung dieses Textes. Dies ist jedoch kein bloß formales Kriterium, denn die Überschneidungen waren für Fink sachlich gerechtfertigt; galt es für ihn doch, eine Sozialphilosophie und Philosophie der Erziehung eben auf der Basis seiner philosophischen Position zu errichten. Thematische Überschneidungen wie diese verdeutlichen somit zum einen die Notwendigkeit, zwischen thematischen Feldern zu unterscheiden, aber auch die Möglichkeit, ihren gleichwohl bestehenden engen Vernetzungen untereinander nachzuspüren.

Editionsstand

(Juni 2021)

[i. V. = in Vorbereitung]

1. Phänomenologie und Philosophie

1

NÄHE UND DISTANZ Hans Rainer Sepp

STUDIEN ZUR PHÄNOMENOLOGIE [i. V.]

2

TEXTENTWÜRFE ZUR PHÄNOMENOLOGIE Guy van Kerckhoven

EUGEN FINKS MITARBEIT BEI EDMUND HUSSERL I

Entwürfe zu den „Cartesianischen Meditationen“

3, 1–4

PHÄNOMENOLOGISCHE WERKSTATT

EUGEN FINKS MITARBEIT BEI EDMUND HUSSERL II          

Band 1+2 Ronald Bruzina

Band 3+4 Guy van Kerckhoven, Francesco Alfieri u. Giovanni JanGiubilato [i. V.]

4

VOM WESEN DER PHILOSOPHIE Giovanni Jan Giubilato [i. V.]

II. Ontologie – Kosmologie – Anthropologie

5, 1–2

SEIN UND ENDLICHKEIT

Bd. 1: Philosophie des Geistes. Sein und Mensch Alexander Schnell [i. V.]

Bd. 2: Vom Wesen der menschlichen Freiheit           Riccardo Lazzari

6

SEIN, WAHRHEIT, WELT Virgilio Cesarone

7

SPIEL ALS WELTSYMBOL Cathrin Nielsen u. Hans Rainer Sepp

8

GRUNDPHÄNOMENE DES MENSCHLICHEN DASEINS Annette Hilt u. Holger Zaborowski [i. V.]

9

MODE. EIN VERFÜHRERISCHES SPIEL Hans Rainer Sepp [i. V.]

10

EPILOGE ZUR DICHTUNG Hans Rainer Sepp [i. V.]

III. Philosophische Ideengeschichte

11

GRUNDFRAGEN DER ANTIKEN PHILOSOPHIE Simona Bertolini u. Riccardo Lazzari [i. V.]

12

DESCARTES – LEIBNIZ – KANT Riccardo Lazzari [i. V.]

13, 1–3

KANT: KRITIK DER REINEN VERNUNFT Guy van Kerckhoven

14

HEGEL Cathrin Nielsen [i. V.]

15

NIETZSCHE Annette Hilt u. Holger Zaborowski[i. V.]

IV. Sozialphilosophie und Pädagogik

16

EXISTENZ UND CO-EXISTENZ Annette Hilt

17, 1–2

GESELLSCHAFT – STAAT – ERZIEHUNG Malte Brinkmann [i. V.]

18, 1–3

Philosophie der Erziehung Annette Hilt u. Holger Zaborowski [i. V.]

19

METAPHYSIK DER ERZIEHUNG IM WELTVERSTÄNDNIS
VON PLATON UND ARISTOTELES
Virgilio Cesarone [i. V.]

20, 1–2

Geschichte der Pädagogik DER NEUZEIT Anselm Böhmer

Internationales Fichte-Forschungszentrum (IFF)

Adresse: Bendahler Str. 31 42285 Wuppertal Raum 3.9 Postanschrift: Bergische Universität Wuppertal Prof. Dr. Alexander Schnell Gaußstrasse 20 42119 Wuppertal

Aktuelles

Internationale Tagung „Selbstbewusstsein und Absolutheit. Der Umbruch in Johann Gottlieb Fichtes Denken um 1800″, 10. – 11. Januar 2020, Friedrich-Schiller-Universität Jena

in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Fichte-Forschungszentrum (IFF) (Wuppertal) und der Universidad Nacional de Educación a Distancia (UNED) (Madrid)

Org.: Prof. Dr. Andreas Schmid (Jena)

Im Zentrum der Tagung steht ein close-reading der Neuen Bearbeitung der Wissenschaftslehre von 1800. Diese wurde erstmals 1979 in Bd. II/5 der J.G. Fichte-Gesamtausgabe veröffentlicht (S. 331–402). Wie bei den 1793/94 von Fichte verfassten Manuskripten Eigne Meditationen über ElementarPhilosophie und Practische Philosophie, die 1971 aus dem Nachlass veröffentlicht worden sind, handelt es sich also um einen erst durch die neue Gesamtausgabe verfügbar gewordenen Text, der ein Licht auf Fichtes philosophische Entwicklung wirft. Gerade diese Wissenschaftslehre von 1800 hat dabei – trotz ihrer Stellung an einem ‚Knotenpunkt‘ von Fichtes Entwicklung – bisher aber in der Forschung zu wenig Aufmerksamkeit gefunden.

In einer eigenartigen Verbindung mit den biographischen Fakten – der Entlassung aus der Universität Jena und dem Wechsel nach Berlin – vollzieht sich in Fichtes Denken um 1800 eine Neuorientierung und Transformation, die heute aufgrund der Gesamtausgabe besser verständlich wird als zuvor. Die Neue Bearbeitung der Wissenschaftslehre rekurriert nicht nur auf den ‚Atheismus-Streit‘, namentlich auf Fichtes kurz zuvor erschienene Bestimmung des Menschen und die Auseinandersetzung mit Jacobi, sondern steht in einem weiteren Debatten-Kontext um 1800.

Die Neue Bearbeitung der Wissenschaftslehre 1800 versucht, Ansatz und Gedankengang der Wissenschaftslehre in ihren entscheidenden Aspekten erneut zu fassen und zu präzisieren. Dieser Versuch zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass Fichte auf die drei wichtigsten Jenaer Darstellungen seines Systems – die Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre von 1794/95, die Wissenschaftslehre nova methodo und die Sittenlehre von 1798 – zurückblickt, und zwar so, dass er eine gewisse Distanz zu allen drei Fassungen deutlich werden lässt und eine neue Darstellung der Wissenschaftslehre umreißt, welche die Mängel aller früheren Versuche beheben, dem Ganzem sozusagen den letzten Schliff geben und die intendierte „endgültige“ Fassung der Wissenschaftslehre erbringen soll.

Einerseits sollen Impuls-Vorträge die Entwicklung Fichtes und ihre Kontexte in den Jahren um 1800 beleuchten, andererseits soll nach dem bewährten Modell des gemeinsamen close-reading die von der Forschung noch kaum erschlossene Neue Bearbeitung der Wissenschaftslehre von 1800 erarbeitet werden, die in Form eines nachgelassenen Manuskripts vorliegt.

Auf und mit dieser Tagung feiern wir den 60. Geburtstag unseres Kollegen Prof. Dr. Mario Jorge de Carvalho (Lissabon).

Referentinnen und Referenten:

Andreas Schmidt (Jena), Petra Lohmann (Siegen), Alexander Schnell (Wuppertal), Jacinto Rivera des Rosales (Madrid), Thomas Kisser (München), Stefan Lang (Halle), Georg Spoo (Freiburg), Nicolas Bickmann (Bonn), Suzanne Dürr (Jena), Martin Wilmer (Wuppertal) und Mario Jorge de Carvalho (Lissabon)

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Internationales Johann-Gottlieb-Fichte-Forschungszentrum (IFF)

Das Internationale Johann-Gottlieb-Fichte-Forschungszentrum (IFF) an der Bergischen Universität Wuppertal setzt es sich zum Ziel, die Fichte-Forschung in Deutschland sichtbar zu verorten und sich von dort aus in die verschiedenen internationalen Netzwerke einzufügen. Hierdurch soll an die traditionsreiche Vergangenheit der Fichte-Forschung an der Bergischen Universität Wuppertal angeknüpft werden. Diese wurde von Prof. Wolfgang Janke begründet, der von 1975 bis 1993 einen der beiden ersten Lehrstühle am Philosophischen Seminar innehatte. Die nationale und internationale Fichte-Forschung steht noch immer vor der Aufgabe, die seit 2012 abgeschlossene monumentale 42-bändige kritische Gesamtausgabe zu kartieren und zu erarbeiten. Dabei sucht sie einerseits ein Bild der Fichte’schen Philosophie in ihrer inneren Entwicklung und eigenen Dynamik zu geben und andererseits daraus eine philosophische Grundstruktur zu bestimmen, die es erlaubt, die Bedeutung dieses Denkens für die Gegenwart und den aktuellen Diskurs, in dem nach wie vor die Wendung zur Sprache sowie die Kritik der Subjektivität zentrale Paradigmen sind, zu präsentieren.   Die Arbeit am IFF verschreibt sich daher der Förderung des Denkens und Wirkens Fichtes im Kontext seiner Zeit und im Austausch mit den Protagonisten der Klassischen Deutschen Philosophie. Ein Hauptaugenmerk soll auf seine Wirkung auf die zeitgenössische Philosophie gelegt werden. Dabei steht der Austausch und Vernetzung mit den internationalen Forscherinnen und Forschern im Vordergrund. Regelmäßig werden hierzu Workshops, Ateliers und Seminare veranstaltet, die diese Internationalität widerspiegeln sollen. Ein langfristig verfolgtes Ziel ist die Digitalisierung der Fichte Gesamtausgabe und die Bereitstellung von Forschungs- und Sekundärliteratur online. Darüber hinaus ist das ZFF auch Mitausrichter der jährlichen internationalen Tagungen im Barock-Schloss Rammenau, die jedes Jahr an Fichtes Geburtstag in dessen Geburtsort stattfinden.   Publikationsorgan des IFF ist die Editionsreihe „Deutsche Idealismen“ in der Online-Plattform „EuroPhilosophie Editions“. Kooperationspartner:

  • Internationale Fichte-Gesellschaft
  • Internationales Forschungsnetzwerk Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus (A priori)
  • Groupe d’Etudes Fichtéennes de Langue Française
  • Rete Italiana della Ricerca su Fichte
  • Red Ibérica de Estudios Fichteanos
  • The North American Fichte Society

Organisationsstruktur

DirektorProf. Dr. Alexander Schnell (Bergische Universität Wuppertal) Geschäftsführung 1. Geschäftsführer: Dr. Thomas Kisser (Bergische Universität Wuppertal) 2. Geschäftsführerin: Prof. Dr. Petra Lohmann (Universität Siegen) Wissenschaftlicher Beirat Dr. Erich Fuchs (Bayerische Akademie der Wissenschaften, Ehrenvorsitzender des wiss. Beirates) Prof. Dr. Augustin Dumont (Université de Montréal) Prof. Dr. Lore Hühn (Universität Freiburg) Prof. Dr. Marco Ivaldo (Universität Neapel) Prof. Dr. Christian Klotz (Universidade Federal de Goiás, Brasilien) Prof. Dr. Marc Maesschalck (Universität Louvain-la-Neuve) Prof. Dr. Elizabeth Millán (DePaul University, Chicago) Prof. Dr. Hitoshi Minobe (Meiji University, Japan)Ass. Prof. Dr. Mário Jorge Pereira de Almeida Carvalho (Universität Lissabon) Prof. Dr. Rainer Schäfer (Universität Bonn) Prof. Dr. Andreas Schmidt (Universität Jena) Prof. em. Dr. Jürgen Stolzenberg (Universität Halle) Prof. Dr. Günter Zöller (LMU München) Kooperationspartner Prof. Dr. Christoph Asmuth (TU Berlin) Prof. Dr. Daniel Breazeale (University of Kentucky, verantw. Leiter der North American Fichte Society) Prof. Dr. Matteo Vincenzo d’Alfonso (Universität Ferrara, Präsident der Internationalen Fichte-Gesellschaft) Prof. Dr. Ives Radrizzani (LMU München) Prof. Dr. Jacinto Rivera de Rosales Chacón (UNED, Madrid, verantw. Leiter des Red Ibérica de Estudios Fichteanos) Prof. Dr. Ulrich Schlösser (Universität Tübingen) Prof. Dr. Philipp Schwab (Universität Freiburg) Dr. Maria Jimena Solé (Universität Buenos Aires) Assoziierte Mitglieder Ass. Prof. Dr. Alessandro Bertinetto (Universität Turin) Ass. Prof. Dr. G. Anthony Bruno (Royal Holloway University of London) Dr. Martin Bunte (Universität Münster) Dr. Benjamin Crowe (Boston University) Dr. Suzanne Dürr (Universität Jena) PD Dr. Michael Gerten (Universität Bamberg) Ass. Prof. Dr. Gabriel Gottlieb (Xavier University, Cincinatti, USA) Dr. Laurent Guyot (ITP/Wuppertal) Dr. Philipp Höfele (Universität Freiburg) PD Dr. Stefan Lang (Universität Halle) Prof. Dr. Peter Oesterreich (Augustana-Hochschule Neuendettelsau) Dr. François Ottmann (Paris) Dr. Max Rohstock (Universität Heidelberg) Ass. Prof. Dr. Frédéric Seyler (DePaul University, Chicago) Dr. Michael Städtler (Hannover/Wuppertal) Dr. Hartmut Traub (Mülheim) Dr. David Wood (Universität Leuven) Doktorandinnen und Doktoranden, Studierende June-Sang Ahn (Universität Wuppertal) Michael Lewin (Universität Wuppertal) Maik Niemeck (Universität Freiburg) Simon Schüz (Universität Tübingen/Universität Landau) Jannik Weltner (Universität Heidelberg) Martin Wilmer (Universität Wuppertal)     ——————–

Archiv

Internationale Tagung „Fichtes Entdeckung der Intersubjektivität III. Die Wissenschaftslehre Nova Methodo 1798/99“, 17. – 19. Mai 2019, Barockschloss Rammenau Organisiert von der Internationalen Fichte-Gesellschaft und dem IFF (Wuppertal) in Zusammenarbeit mit der Università degli Studi di Ferrara.   Teilnehmer: Roderich Barth (Leipzig), Martin Bunte (Münster), Matteo d’Alfonso (Ferrara), Mario Jorge de Carvalho (Lissabon), Suzanne Dürr (Jena), Dominik Finkelde (München), Johanna Hueck (Freiburg), Marco Ivaldo (Rom), Jindrich Karasek (Prag), Thomas Kisser (München), Christian Klotz (Goiania), Stefan Lang (Halle), Petra Lohmann (Siegen), Maria-Caterina Marinelli (München/Rom), Akitoshi Nakagawa (Kyoto), Ives Radrizzani (München), Masafumi Sakurai (Kyoyo), Rainer Schäfer (Bonn), Andreas Schmidt (Jena), Alexander Schnell (Wuppertal), Philipp Schwab (Freiburg), Ulrich Schwabe (Tübingen), Cristiana Senigaglia (Triest), Georg Spoo (Freiburg), Jürgen Stolzenberg (Halle), Hans Georg von Manz (München), Gesa Wellmann (Basel).

Mitglieder

Vorsitzender:
Prof. Dr. Alexander Schnell (Bergische Universität Wuppertal)

 

Stellv. Vorsitzende:
Prof. Dr. Inga Römer (Universität Grenoble)

 

Mitglieder des Vorstandes:
Prof. Dr. Gerald Hartung (Bergische Universität Wuppertal)
Dr. Tobias Nikolaus Klass (Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. Friederike Kuster (Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. Smail Rapic (Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. Gregor Schiemann (Bergische Universität Wuppertal)

 

Ordentliche Mitglieder
Dr. Philip Flock (Bergische Universität Wuppertal)
Dr. Selin Gerlek (Bergische Universität Wuppertal)
PD Dr. Georg Siegmann (Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. Peter Trawny (Bergische Universität Wuppertal)

 

Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats
Prof. Dr. Robert Bernasconi (Penn State University)
Prof. Dr. Rudolf Bernet (Universität Leuven)
Prof. em. Dr. Françoise Dastur (Universität Nizza/Husserl Archiv, Paris)
Prof. Dr. Günter Figal (Universität Freiburg)
Prof. Dr. Jean-Christophe Goddard (Universität Toulouse)
Prof. Dr. Käte Meyer-Drawe (Universität Bochum)
Prof. Dr. Tom Nenon (Universität Memphis)
Prof. Dr. Dominique Pradelle (Universität Paris-Sorbonne)
Prof. Dr. John Sallis (Boston College)
Prof. em. Dr. Bernhard Waldenfels (Universität Bochum)
Prof. Dr. Dan Zahavi (Universität Kopenhagen)

 

Kooperationspartner
Prof. Dr. Thomas Bedorf (Fern-Universität Hagen)
Prof. Dr. Thiemo Breyer (Universität Köln)
Prof. Dr. Patrice Canivez (Universität Lille)
Ass. Prof. Dr. Georgy Chernavin (National Research University Higher School of Economics, Moskau)
Prof. Dr. Matei Chihaia (Universität Wuppertal)
Prof. Dr. Danielle Cohen-Levinas (Universität Paris-Sorbonne/Husserl Archiv, Paris)
Ass. Prof. Dr. Augustin Dumont (Universität Montréal)
Prof. Dr. Laurent van Eynde (Universität Saint-Louis, Brüssel)
PD Dr. Fausto Fraisopi (Universität Freiburg)
Dr. Mildred Galland-Szymkowiak (CNRS, INHA, Paris)
Ass. Prof. Dr. Till Grohmann (KU Leuven)
Prof. Dr. Grégori Jean (Universität Nizza)
Prof. Dr. Dieter Lohmar (Husserl-Archiv, Universität Köln)
Ass. Prof. Dr. Patrice Maniglier (Universität Paris-Nanterre)
Prof. Dr. Matías Martínez (Bergische Universität Wuppertal)
Prof. Dr. Yasuhiko Murakami (Universität Osaka)
Prof. Dr. Karel Novotný (Karls-Universität Prag)
Prof. Dr. Michela Summa (Universität Würzburg)
Prof. Dr. Julio Cesar Vargas (Universidad del Valle)

 

Assoziierte (und assoziierte auswärtige) Mitglieder
Dr. Robert Alexander (ULB, Brüssel)
Dr. Thomas Arnold (Universität Heidelberg)
Dr. Sacha Carlson (Paris/Brüssel)
Prof. Dr. Emmanuel Cattin (Universität Paris-Sorbonne)
Dr. Patrick Cerutti (Universität Paris-Sorbonne)
Dr. Aengus Daly (Universität Galway/Wuppertal)
Dr. David Espinet (Universität Freiburg)
Prof. Dr. Faustino Fabbianelli (Universität Parma)
Prof. Dr. Alfredo Ferrarin (Universität Pisa)
Dr. Florian Forestier (Universität Toulouse)
Dr. Peter Gaitsch (Universität Graz)
Dr. Sylvaine Gourdain (Universität Saint-Louis, Brüssel)
Dr. Laurent Guyot (Universität Toulouse)
Prof. Dr. Lore Hühn (Universität Freiburg)
Prof. Dr. Marco Ivaldo (Universität Neapel)
Prof. Dr. Julia Jansen (Universität Leuven)
Dr. Stanislas Jullien (Universität Paris-Sorbonne)
Prof. Dr. Takashi Kakuni (Ritsumeikan Universität, Kyoto)
Dr. Abbed Kanoor (Universität Wuppertal)
Dr. Tobias Keiling (Universität Freiburg)
Dr. Sandra Lehmann (Universität Wien)
Dr. Nikola Mirković (Universität Koblenz-Landau)
Ass. Prof. Dr. René Aristide Rodrigue Nzameyo (Ecole Normale Supérieure, Universität Yaoundé 1)
Dr. Anna Orlikowski (Universität Vechta)
Prof. Dr. Hans-Rainer Sepp (Karls-Universität Prag)
Assoc. Prof. Dr. Claudia Serban (Universität Toulouse)
Dr. Paul Slama (Universität Paris-Sorbonne)
Dr. Michael Staudigl (Universität Wien)
Dr. Laurent Villevieille (Universität Paris-Sorbonne/Husserl-Archiv, Paris)
Prof. Dr. Ivan Vuković (Universität Belgrad)
Dr. David Wood (Universität Leuven)
Dr. Daniel-Pascal Zorn (Ruhr-Universität Bochum)

 

Doktorandinnen und Doktoranden:
June-Sang Ahn
Angel Alvarado-Cabellos
Paula Angelova
Pietro Braga
Déborah Brosteaux
Pierre Buhlmann
Viktoria Burkert
Lukas Carvalho
Ming-Hon Chu
Veronica Cibotaru
Eric Ebner
Eric Eggert
Fumihiko Eguro
Dominic Ekweariri
Jörn Elgert
Samira Elyasi
Fabian Erhardt
István Fazakas
Gigla Gonashvili
Tim-Florian Goslar
Tudi Gozé
Till Heller
Sandro Herr
Serhii Hryshkan
Mengting Hu
Seongkyeong Joung
Michael Lewin
Jan Lockenbauer
Chun-Fai Ma
Martino Mandelli
Roshanak Moosavi
Philipp Nolz
Alexandre Palmieri
Sebastian Pilz
Pablo Posada Varela
Alexander Schmidt
Benjamin Schuppert
Anna Staab
Anton Sverdlikov
Amalia Trepca
Trong Hieu Truong
Martin Wilmer

 

Institutsordnung: Ordnung

Änderung der Ordnung (vom 16.7.2019)